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Bahn-Chaos ändert sich täglich

Die Auswirkungen des Streiks: An einem Tag fahren fast alle Züge, an anderen geht fast nichts.
Die Auswirkungen des Streiks: An einem Tag fahren fast alle Züge, an anderen geht fast nichts.
Jens Büttner

Reisende sollten regelmäßig auf die aktuellen Fahrpläne achten. So wissen sie, welche Züge wirklich fahren.

Der Bahnstreik betrifft besonders ländliche Regionen wie die Uckermark. Doch wer auf den Ersatzfahrplan der Deutschen Bahn für den Mittwoch sieht, dem fällt kein großer Unterschied zu den regulären Fahrplänen auf. An diesem Tag fährt beispielsweise der Regionalexpress 3 von 6.03 Uhr bis 22.03 Uhr alle zwei Stunden von Prenzlau nach Berlin. Die entgegengesetzte Strecke von Prenzlau nach Stralsund wird zwischen 8.01 Uhr und 22.01 Uhr ebenfalls zweistündig befahren. Zwischen Templin und Berlin-Lichtenberg verkehren stündlich Züge. Abfahrt in Templin ist zwischen fünf Uhr und 21 Uhr jeweils um 34 Minuten nach der vollen Stunde.

Anders die Situation am Dienstag zu Beginn des Streiks: "In unserem Bereich sind nur 15 Prozent aller Züge gefahren", sagt Burkhard Ahlert, Leiter der Kommunikationstelle der Deutschen Bahn für die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. "Trotzdem meistern wir die schwierige Situation. Zusätzlich zum Ersatzfahrplan konnten wir 80 weitere Züge und 32 Busse einsetzen."

Mehr Lokführer zum Dienst gemeldet

Die zusätzlichen Kapazitäten ergäben sich durch eine höhere Anzahl an Lokführern, die sich zum Dienst gemeldet hätten. "Wir gehen von einem Grundgerüst an Lokführern aus, mit denen wir planen. Wenn sich mehr Leute zum Dienst melden, dann können wir unseren Fahrplan dementsprechend erweitern", so Ahlert.

Am Donnerstag wird der Ersatzfahrplan aber wieder undurchsichtiger. Und für die Uckermark vor allen Dingen dünner. Von Prenzlau aus fahren voraussichtlich fünf Züge nach Berlin, und zwar um 8.03 Uhr, 8.35 Uhr, 11.04 Uhr, 13.08 Uhr und 14.03 Uhr. Die Abfahrtzeiten in Richtung Stralsund sind um 8.01 Uhr, 14.01 Uhr, 14.56 Uhr, 16.56 Uhr und 19.32 Uhr. Zwischen Templin und Berlin-Lichtenberg wird voraussichtlich nicht ein einziger Zug verkehren. Reisenden gibt Alehrt daher einen Tipp mit auf den Weg. "Sehen Sie sich die Ersatzfahrpläne an. Was dort drin steht, das fährt auch wirklich. Außerdem werden die Pläne mehrere Male täglich aktualisiert."

Wie wichtig es ist, die Ersatzfahrpläne im Auge zu behalten, zeigte sich noch am Dienstagabend. Zu diesem Zeitpunkt wurden für den Regionalexpress Stralsund über Prenzlau nach Berlin nur noch zwei Verbindungen am Mittwoch angezeigt. Wer von Templin nach Berlin-Lichtenberg fahren möchte, kann das demnach am Mittwoch zwar mehrmals, muss aber auf eine Mischung aus Bus, Bahn, Berliner U- und S-bahnen zurückgreifen. Mehrmaliges Umsteigen inklusive.