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Beim Duschen riecht’s nach faulen Eiern

Carsten Meyerhoff: „Die Was­serqualität ist schon länger ein Thema in Hessenhagen.“
Carsten Meyerhoff: „Die Was­serqualität ist schon länger ein Thema in Hessenhagen.“
Benjamin Vorhölter

Gibt es in Hessenhagen unreines Trinkwasser? Der Wasserversorger reagiert auf den Verdacht und zieht Proben.

Anwohner aus Hessenhagen klagen über die Qualität des Trinkwassers. Das bestätigte Carsten Meyerhoff, der in dem Ort ein Agrarunternehmen betreibt. „Das Wasser ist braun. Wenn man die Badewanne einlässt, sieht man es“, beschrieb der Landwirt. Außerdem schmecke es nicht gut. Manchmal rieche das Wasser sogar, mal penetranter, mal unauffälliger. „Wenn beim Duschen warmer Wasserdampf aufsteigt, riecht es nach faulen Eiern“, schilderte der 29-Jährige. Aus seiner Sicht sei das Grundwasser jedoch nicht verunreinigt. 

Bernd Riesener vom Zweckverband Wasserentsorgung- und Abwasserentsorgung Westuckermark (ZVWU) hat eine ähnliche Ansicht. Dass braunes Wasser aus dem Hahn fließt, liege meistens an alten Installationen in den Haushalten. Rost, der sich in alten Stahlrohrleitungen löst, erhöht den Eisengehalt im Wasser, erläuterte er. Weil das Trinkwasser nach Jauche stinken soll, hat er Laboranten losgeschickt, die Proben entnahmen. Die Ergebnisse liegen inzwischen vor. Mit Sicherheit können demnach ausgeschlossen werden, dass das Trinkwasser verunreinigt ist. Allerdings gäbe es im Wasser einen erhöhten Mangan-Gehalt von 0,1 Milligramm pro Liter. Dieser Wert sei einzige, der überschritten wurde, so Riesener.

Mangan ist wie Eisen und andere Mineralien im Grundwasser enthalten. Laut Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Mangan bei 0,05 Milligramm pro Liter. Der duldbare Wert für Säuglinge und Kleinkinder betrage 0,2 Milligramm pro Liter. Chronisch erhöhte Manganzufuhr kann zu Schädigungen des zentralen Nervensystems und der Nieren führen, teilte das Gesundheitsamt des Landkreises Uckermark mit.

 

Laboranten hatte Carsten Meyerhoff in Hessenhagen jüngst zu Gast. Sie nahmen eine bakteriologische Probe des Trinkwassers im Haus. Losgeschickt hatte sie der Zweckverband Wasserentsorgung- und Abwasserentsorgung Westuckermark (ZVWU), weil das Trinkwasser dort nach Jauche stinken soll.

Laut Verbandsvorsteher Bernd Riesener gab es den Verdacht, das Trinkwasser verunreinigt sei. „Das ist mit Sicherheit auszuschließen“, sagte der ZVWU-Chef, dem inzwischen die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. Der ZVWU gehe solchen Hinweisen sofort nach, betonte Riesener.