UMSTRITTENES VORHABEN

Bürger nach Erdgas-Forum skeptisch

Antworten hatten sich Menschen in Storkow von der Firma Jasper Resources erwartet, die bei Zehdenick Lagerstätten erkundet. Was blieb, war Unsicherheit.
Horst Skoupy Horst Skoupy
Nach der Informationsveranstaltung in Storkow setzten Besucher ihren Disput mit Thomas Tygesen (links) von der Jasper Resources GmbH Zehdenick fort.
Nach der Informationsveranstaltung in Storkow setzten Besucher ihren Disput mit Thomas Tygesen (links) von der Jasper Resources GmbH Zehdenick fort. Horst Skoupy
Templin.

Kein Platz blieb am Donnerstagabend leer, als im Gemeindehaus des Templiner Ortsteils Storkow die Jasper Resources GmbH ihre Pläne zur Erkundung von Erdgaslagerstätten im sogenannten Feld Zehdenick Nord vorstellten. Das Zehdenicker Unternehmen hatte zu dieser Informationsversammlung eingeladen, nachdem die Stadt Templin nach Angaben von Bürgermeister Detlef Tabbert (Die Linke) darum gebeten hatte.

Vorhaben erläutert

Thomas Tygesen, Vorstandvorsitzender des Unternehmers, begründete zunächst, warum es sich aus seiner Sicht lohnt, die schon in der 1970er Jahren festgestellten Erdgasvorkommen bei Zehdenick zu erkunden. Im Gegensatz zum sinkenden Anteil von Braun- und Steinkohle als Rohstoff zur Energieerzeugung bleibe der Anteil von Erdgas in den kommenden Jahrzehnten gleichbleibend stabil, berief er sich auf Prognosen. Ferner erläuterte er, dass die Zehdenicker Firma derzeit lediglich ein Genehmigung vom brandenburgischen Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe erhalten hat, die Lagerstätten in 4000 Metern Tiefe zu untersuchen. Erst, wenn die Ergebnisse vorliegen, könne entschieden werden, ob es sich wirtschaftlich lohnt, Erdgas zu fördern. Sollte es so sein, müsse ein weiteres Genehmigungsverfahren in Gang gebracht werden, so Thomas Tygesen.

Verunsicherung angesichts Risiken

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, welche Vorbehalte es unter den Menschen zu den umstrittenen Projekt gibt. Bürger befürchten, dass eine hochsensible Naturlandschaft einschließlich Trinkwasserschutzgebiete Schaden nimmt, für den am Ende niemand verantwortlich sein will. Verwerfungen an der Oberfläche durch seismische Untersuchungen, Schwermetalle wie Quecksilber oder Blei, die bei einer eventuellen Förderung mit an die Oberfläche kommen, eine radioaktive Belastung der Umwelt, Verunreinigungen im Grundwasser – das alles sind Ängste und Risiken, die die rund 50 Besucher zur Sprache brachten. Auf viele Fragen, speziell auf jene, die sich mit der potenziellen Förderung des Erdgases befassten, konnte Thomas Tygesen noch keine Antworten geben. „Ich fühle mich angesichts so vieler ungeklärter Risiken verunsichert”, brachte am Ende die 16-jährige Ella Schmidt aus dem benachbarten Hammelspring ihren Eindruck auf den Punkt und erntete dafür den Applaus des Publikums.

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