Klartext beim Bauerntag
Bürokratie bei Dürrehilfe kritisiert

Der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V., Henrik Wendorff, forderte eine steuerfreie Risikorücklage für Krisenzeiten.
Der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg e.V., Henrik Wendorff, forderte eine steuerfreie Risikorücklage für Krisenzeiten.
Sigrid Werner

Der Bauernverband Uckermark hat im Namen seiner Mitglieder Land und Bund scharf kritisiert. Sie wollen nicht länger Bittsteller sein.

Der Vorstand des Bauernverbandes Uckermark e.V. hat auf dem Uckermärker Bauerntag in Grünow die Bund-Länder-Vereinbarung zur Dürrehilfe scharf kritisiert. Ein Protestschreiben soll an die Landwirtschaftsminister in Bund und Land geschickt werden.

Kompliziertes Verfahren

In den Augen des Vorsitzenden des Bauernverbandes Uckermark, Manfred Mesecke, ist das Hilfspaket zu einer „Scheinhilfe” verkommen und eher ein „Konjunkturprogramm für Berater”. Das komplizierte Antragsverfahren sei von einem normalen Landwirt überhaupt nicht zu bewältigen. Nur 22 Betriebe aus der Uckermark sollen bislang Anträge auf Dürrehilfe gestellt haben. Die Landwirte haben dazu noch bis Ende November Zeit.

Betriebe reduzieren Tierbestände

Die Bauern in der Uckermark sind schon zwei Jahre hintereinander gebeutelt: durch Aprilfröste und Dauerregen 2017, Trockenheit 2018. In diesem Jahr schlugen Ertragsausfälle im Vergleich zu den Jahren 2013 bis 2017 von 32 bis über 40 Prozent zu Buche. Einige Betriebe reduzierten schon ihre Tierbestände. Und das bei einer Tierarmut von 0,25 Großvieheinheiten je Hektar im Kreis.

Steuerfreie Risikorücklage gefordert

Der Präsident des Landesbauernverbandes Henrik Wendorff erneute die Forderung der Landwirte nach einer steuerfreien Risikorücklage. Sie wollen in umsatzstarken Jahren Geld für schlechte Zeiten zurücklegen. Das gegenwärtige Steuerrecht erschwere solche Möglichkeiten. Die Bauern wünschen sich Hilfe zur Selbsthilfe und wollen nicht länger als Bittsteller dastehen.