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Das Fließ ist nichts für die Trinkwasserflasche

Der Zustand des Hammerfließ zwischen Lübbesee und Vietmannsdorf lässt zu wünschen übrig. Beim NABU Templin kann man erklären, wie es dazu kommen konnte.

Tote Fische im Hammerfließ - wie kann das passieren, wollte unser Leser Horst Kerlikowsky wissen. Mangelnde Frischwasserzufuhr hat den Sauerstoffgehalt in diesem Fließgewässer sinken lassen.
Sigrid Werner Tote Fische im Hammerfließ - wie kann das passieren, wollte unser Leser Horst Kerlikowsky wissen. Mangelnde Frischwasserzufuhr hat den Sauerstoffgehalt in diesem Fließgewässer sinken lassen.

Weiß-graue Ablagerungen an der Bachsohle und ein paar tote Fische bachabwärts am Hammerfließ zwischen Lübbesee und Vietmannsdorf.  "Ist das toxisch, was da aus einem alten Rohr und aus der Erde in das Hammerfließ herausläuft?", wollte Uckermark-Kurier-Leser Horst Kerlikowsky wissen. Denn so manch ein Radwanderer spürt zuweilen den unangenehmen Geruch nach faulen Eiern auch. 

Man sollte dort nicht ausgerechnet seine Wasserflasche auffüllen, warnt Norbert Bukowsky vom NABU Templin. Aber er kann die Vorgänge am Hammerfließ biologisch erklären. In niederschlagsarmen Zeiten, wie sie seit Oktober vergangenen Jahres rund um Templin herrschen, trocknet die Torfwiese aus. Gute Zeiten für Bakterien, die den Torf abbauen und dabei ordentlich Sauerstoff verbrauchen. Die Abbauprodukte gelangen ins Wasser, wo sich Schwefelbakterien über die darin gelösten Salze hermachen und Schwefelwasserstoff produzieren. Daher der Geruch und die weiß-grauen schlierigen Ablagerungen am Bachrand.

Beim NABU und im Landesumweltamt hat man das Problem erkannt. Es lässt sich allerdings nur langfristig durch Renaturierungsmaßnahmen am Gewässer lösen.