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Dohlen können sich jetzt einnisten

Christian Hagedorn und Fredi Bock montieren die Nistkästen für die Dohlen an der Platane.
Christian Hagedorn und Fredi Bock montieren die Nistkästen für die Dohlen an der Platane.
Sigrid Werner

Abends fliegen sie zum Schlafen auf das neue Rathaus. Naturschützer hatten jetzt eine Idee, wie sie die "Pastorentauben" zum längeren Verweilen in der Kurstadt "überreden" können.

Am Prenzlauer Torturm in Templin landen immer mal wieder Dohlen zum Probesitzen in den Mauernischen.  "2013 haben wir dort je drei Brutpaare gesichtet", berichtet Wolff-Hasso Seybold von der Fachgruppe Ornithologie des NABU in Templin. Nun wollen die Naturschützer versuchen, die Vögel dauerhaft anzusiedeln. Deshalb brachte der NABU in dieser Woche drei Nistkästen auf den Platanen gleich neben dem Prenzlauer Tor an, denn die Mauernischen am Turm taugen nur bedingt zum Brüten. 

Für Wolff-Hasso Seybold und Norbert Bukowski vom Templiner NABU wäre es ein Traum, wenn es gelänge, wieder stabilere Bestände der in Deutschland bedrohten Art in der Kurstadt zu etablieren. In Lychen habe die Fachgruppe 2013 nur 25 Brutpaare, an der Zehdenicker Kirche rund 100 gezählt. Im Land Brandenburg sollen es insgesamt nur noch 1000 Paare jener "Pastorentauben", wie sie landläufig auch genannt werden, sein, die für länger im Lande bleiben.

Sanierungen dezimieren Brutplätze

In ganz Europa sind die Populationen seit den 1960er Jahren rückläufig, in Deutschland haben sich die Bestände nach Angaben der Naturschützer in den letzten zwölf Jahren noch einmal deutlich verschlechtert. Das sei vor allem auf den Verlust von Brutplätzen durch Gebäudesanierungen zurückzuführen, sagt Seybold. Die Naturschutzjugend habe es übernommen, in den kommenden Wochen die interessierten Brutpaare an den Nistkästen am Prenzlauer Tor zu zählen.