"Neu Afrika"

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Ein Stück Afrika in Ahrensdorf

Viele TZ­Leser erinnern sich noch gut an ungewöhnliche Anlage von Robert Preußner.

Kein Zweifel: Die ehemalige Anlage "Neu Afrika" in Ahrensdorf muss einer der beliebtesten Treffpunkte in Templin gewesen sein. Beweis dafür sind die vielen Anrufe, die wir gestern zur Rätselfrage in unserer Serie "Historischer Guckkasten" erlebten. Und jeder Anrufer hatte die richtige Antwort parat, fast alle wussten auch, dass es Robert Preußner war, der das Palaverhaus und die darum herum angeordneten Hütten einem Kral in Afrika nachempfunden hatte.

Viele schöne Erinnerungen wurden gestern wach, so zum Beispiel die von Willi Krentzin. Der inzwischen 89­jährige Templiner ließ uns wissen, dass er als einer der Beschäftigten der Tischlerei Hank die Inneneinrichtung des Palaverhauses mitgebaut hat. Er wusste auch, dass dieses Land, auf dem Neu Afrika entstand, eigentlich von Robert Preußner als Weizenland gekauft wurde. Weil es aber so schlecht war, dass es für die Landwirtschaft nicht zu gebrauchen war, habe er sich etwas anderes für die Nutzung einfallen lassen.

Wilhelm Gerhard erinnert sich noch heute gern an die vielfältigen Aktivitäten, die von der ungewöhnlichen kleinen Anlage ausgingen. "Das Palaverhaus war sozusagen das kulturelle Zentrum von Ahrensdorf. Dort fanden viele schöne Erntefeste statt und ich weiß, dass wir als Kinder mit unserer Lehrerin, Frau Richling, auf der Bühne im Palaverhaus Programme aufführten, die wir zu Elternabenden einstudiert hatten", erzählte er. Robert Preußner und seine Frau liegen in Ahrensdorf begraben. Eine Inschrift erinnert daran, dass sie die Erbauer von Neu Afrika gewesen seien.

Tiere ferner Länder

Für Ilse Lobedan aus Templin gehören die Erinnerungen an Aufenthalte in Neu Afrika zu den aufregendsten. "Im Palaverhaus waren jede Menge Tiere aus Afrika nachempfunden. Über der Bühne hing z. B. ein großer Nashornkopf. Und durch das Schilf zum Strand hinunter hatte Robert Preußner einen richtigen Dschungelpfad angelegt. Und nicht zu vergessen die großen Pfannkuchen, die es bei Preußners gab. Sie schmeckten uns Kindern besonders gut", so Ilse Lobedan. Der Vater von Horst Bethke aus Templin hat für Robert Preußner Werbeprospekte gedruckt, die in Berlin verteilt wurden. Dementsprechend groß war auch die Zahl der Gäste, die nach Neu Afrika kam.

Barbara Seidler erklärte, dass die Anlage nach dem Ersten Weltkrieg entstand. Robert Preußner sei bei der Schutztruppe in Westafrika gewesen. Richtig lagen mit ihrer Antwort auch Klaus Gilbricht, Ursula Beutel, Gerda Brzezinski, Käthe Engel, Marianne Aust, Christel Jeske, Elfriede Barz, Günter Voß, Romuald Klapczynski, Hermann Schullrich, Else Schneider, Werner Ammerlan, Günter Bechly, Erika Schirmer, Gisela Schäfer, Hermann Degen, Horst Liesener, Werner Schulz und Gerhard Biallas.