Abriss-Tourismus

:

Ein Stück Baugeschichte verschwindet von der Bildfläche

Karola Lemke hält die letzten Tage des Bettenhauses mit dem Fotoapparat fest.
Karola Lemke hält die letzten Tage des Bettenhauses mit dem Fotoapparat fest.
Sigrid Werner

Beim Abriss des Bettenhauses des ehemaligen FDGB-Erholungsheimes "Salvador Allende" in Templin schlagen die Emotionen hoch. Templiner verfolgen die letzten Stunden dieses Stückes Bau- und Tourismus-Geschichte.

Am 5. April 1974 wurde in Templin der Grundstein für das Bettenhaus des FDGB-Ferienheimes am Bürgergarten gelegt und ihm der Name "Salvador Allende" gegeben. Am 16. Mai 1977 zogen die ersten Feriengäste ein. Nicht mal 20 Jahre später, im Mai 1991, wurde es geschlossen. Seither steht es leer. Verschiedene Investoren hielten nicht, was sie versprachen. Das Objekt fiel an die Stadt zurück.

Nun soll auf der Anhöhe über den Kanalwiesen tabula rasa gemacht werden. Die Ruine verschwindet in dieser Woche endgültig von der Bildfläche und damit nicht nur ein Stück Baugeschichte, sondern auch ein Stück Stolz der Templiner auf ein architektonisches Ensemble, das Templiner Bauarbeiter mit eigenen Händen aufbauten und auf dem seit jeher prächtige Feste gefeiert wurden.