SPONTANER PROTEST

Gymnasiasten gegen Abschiebung von Mitschülerin

Solidarisch zeigten sich am Mittwoch Schüler des Templiner Gymnasiums mit einem albanischen Flüchtlingsmädchen. Seine Familie musste das Land verlassen.
Horst Skoupy Horst Skoupy
Gegen die Abschiebung einer Mitschülerin und ihrer Familie protestierten am Mittwochmorgen Schüler der Templiner Gymnasiums.
Gegen die Abschiebung einer Mitschülerin und ihrer Familie protestierten am Mittwochmorgen Schüler der Templiner Gymnasiums. Horst Skoupy
Templin.

Zu einer spontanen Kundgebung versammelten sich am Mittwochmorgen hunderte Schüler am Templiner Gymnasium. Sie protestierten damit gegen die Abschiebung ihrer Mitschülerin Hikmete. Die Siebtklässlerin war gemeinsam mit ihrer Familie am Dienstag in ihre albanische Heimat abgeschoben worden.

Die Aktion hatten Jugendliche der Schülerinitiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” initiiert. Sie brachten damit ihr Unverständnis zum Ausdruck, Flüchtlinge abzuschieben, die sich voll in das Leben in Deutschland integriert haben. Die Familie des Mädchens lebte seit Jahren in Boitzenburg. Nach Angaben der Klassenleiterin hatte Hikmete den Übergang an das Gymnasium problemlos geschafft.

Vor vier Wochen soll die Familie die Aufforderung erhalten haben, das Land freiwillig zu verlassen. Am Montagabend musste sie ihre Sachen packen und wurde nach Frankfurt/Main gebracht. Am Dienstag wurden sie mit dem Flugzeug nach Albanien geflogen. Mitglieder der Schülerinitiative wollen jetzt überlegen, wie sie Hikmete und ihre Familie unterstützen können.

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Kommentare (7)

Schüler eines Gymnasium,sollten schon so viel Rechtskenntnisse besitzen,dass eine Abschiebung auf einem rechtlichen Fundament steht. Keiner wird bei Nacht und Nebel abgeschoben auch hier wurde diese Familie unterrichtet,dass sie freiwillig ausreisen soll. Nach meinen langjährigen Erfahrungen ist anzunehmen,dass alle Rechtsmittel bereits ausgeschöpft waren. Das die linken NGO,s zu Protesten aufrufen ist doch nichts neues. Diese NGO,s ignorieren den deutschen Rechtsstaat und gehören wahrscheinlich zum Verbund mit der Sperrspitze der Asylindustrie pro Asyl.

Ihre Kommentierung in allen Ehren. Mit Ihrem Vergleich zu "linken NGOs" (Nichtregierungsorganisationen - für Freunde der deutschen Sprache) liegen Sie allerdings nicht richtig. Die Schülerinitiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" trägt weniger politischen Charakter. Erst recht hat sie nichts mit linker Politik zu tun. In der Initiative engagieren sich ganz einfach junge Leute, die sich mutig gegen Fremdenhass und für Toleranz einsetzen. Und noch eins: Die jungen Leute wissen, dass es für die Abschiebung von Flüchtlingen im Land Gesetze gibt. Deshalb müssen sie die Entscheidung für ihre Mitschülerin noch lange nicht gut finden.

Diese Familie kommt aus Albanien. Albanien verhandelt aktuell mit der EU um eine Mitgliedschat. Mir wäre neu, dass dort Krieg oder Verfolgung herrscht, ansonsten müsste man die EU wirklich ernsthaft hinterfragen.

Wir tröstlich, dass es junge Menschen gibt, die sich für andere einsetzen. Die gegenwärtige Abschiebepraxis ist unmenschlich. Familien werden eingesammelt und in ihre unsichere Herkunftsländer zurückgebracht. Was tun wir nur ihren Kindern damit an! Schämen sollten sich alle, die diese Praxis gutheißen. Und außerdem mal überlegen, wo ihre Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern herkommen.

es wird ja nur selten abgeschoben, und wenn dann nur solche, die sich halbwegs integriert haben, und deshalb nicht untertauchen können.

kenne die Hintergründe nicht, d.h. ob die Familie inzwischen finanziell auf eigenen Füßen stand oder wie lange die Familie schon in Deutschland ist, aber wenn die Kinder mittlerweile perfekt deutsch können und auch fleißig in der Schule sind, sollte die Familie um der Kinder willen hier bleiben dürfen in diesem Fall.

Albanien steht in direkten Verhandlungen mit der EU über eine Mitgliedschaft! Mir wäre neu, dass in Albanien Krieg oder Verfolgung herrscht. Zudem finden dort demokratische Wahlen statt. Mich wunder doch sehr, dass einige Menschen genau diese Fakten ignorieren! Offensichtlich haben einige Menschen ein Problem mit der geltenden Rechtslage!

Albanien steht in direkten Verhandlungen mit der EU über eine Mitgliedschaft! Mir wäre neu, dass in Albanien Krieg oder Verfolgung herrscht. Zudem finden dort demokratische Wahlen statt. Mich wunder doch sehr, dass einige Menschen genau diese Fakten ignorieren! Offensichtlich haben einige Menschen ein Problem mit der geltenden Rechtslage!