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Lychen

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„Hut ab, wie die beiden ihr Leben meistern“

Valentina und Iwan Minkowski sind im Heim für behinderte Kinder und Jugendliche in Zyropinsk in der Ukraine aufgewachsen. Das Paar hat sich sehr über die unerwartete Unterstützung aus der Uckermark gefreut.  FOTO: Jürgen baron

Weite Wege legen Mitglieder der Vereine Hilfe für Osteuropa und Medizinische Hilfe für die Ukraine zurück, um Menschen zu helfen, denen es am Nötigsten ...

Weite Wege legen Mitglieder der Vereine Hilfe für Osteuropa und Medizinische Hilfe für die Ukraine zurück, um Menschen zu helfen, denen es am Nötigsten fehlt: Seit 1994 sorgt der Osteuropa-Verein unter anderem dafür, dass sich die Chancen behinderter Kinder und Jugendlicher, die in einem Kinderheim im ukrainischen Zyropinsk leben, verbessern. Sie finanzieren aus gesammelten Spenden Operationen und haben 1996 außerdem eine Suppenküche in Cherson eingerichtet, wo 30 bedürftige Menschen täglich ein warmes Mittagessen erhalten und 30 weitere einmal im Monat ein Lebensmittelpaket. Der Verein Medizinische Hilfe engagiert sich seit 15 Jahren. Zunächst brachte er hauptsächlich medizinisches Material und Medikamente in das städtische Krankenhaus der westukrainischen Stadt Lutzk, unterstützte dort einen Partnerverein und ist inzwischen dazu übergegangen, in Form von direkten Patenschaftsverhältnissen ukrainischen Familien mit behinderten Familienangehörigen behilflich zu sein. Das ermöglichen 13 Patenfamilien aus der Uckermark mit ihren Spenden. Die so engagierten Mitglieder beider Vereine verbindet das Anliegen, Hilfe dort zu geben, wo sie auch wirklich benötigt wird. Gemeinsame Wege gehen sie jetzt, um Valentina und Iwan Minkowski aus Nowowolinsk zu unterstützen. Beide sind im Kinderheim von Zyropinsk aufgewachsen. „Im vergangenen Jahr erfuhren wir, dass das Ehepaar einen behinderten Jugendlichen nach dessen Beinamputation vorübergehend bei sich aufgenommen hat.“ Die Lychener sammelten Geld, um den Minkowskis ein Lebensmittelpaket zu schicken.

Jürgen Baron, Vorsitzender des Vereins Medizinische Hilfe, übergab es, als er im März mit seiner Tochter in der Ukraine unterwegs war, um Hilfsgüter zu den vom Verein betreuten Familien zu bringen. In Lychen war man nun natürlich gespannt zu erfahren, was er über Valentina und Iwan berichten konnte. Im Vereinshaus hatten sich viele Gäste eingefunden, unter anderem Lychens evangelischer Pfarrer Gernot Fleischer und Thomas Höhle, katholischer Pfarrer aus Templin. „Die Minkowskis haben einen Sohn, der nicht behindert ist, kümmern sich außerdem um eine Tochter, die sie adoptiert haben, und deren leibliche Mutter“, so Jürgen Baron. „Und obwohl beide nur über eine sehr kleine Behindertenrente verfügen, haben sie eine Behindertenorganisation in ihrer Stadt aufgebaut. Dazu gehört eine kleine Werkstatt, in der aus Holzspänen Vasen angefertigt werden.“ Die Miete für das Anwesen aufzubringen, sei sehr schwer. Die 45-jährige Valentina brauche außerdem dringend ein Hörgerät.

„Damit können wir helfen“, so Jürgen Baron. Er bat die Lychener, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man dem Paar, das seine Lebenssituation derart couragiert zu meistern sucht und dabei noch so viele andere Menschen unterstützt, behilflich sein kann. Das hat man im Osteuropa-Verein bereits getan: Ingrid Sommerfeld ließ wissen, dass die Spende von Familie Pries, die der Verein erhält, für die beiden bestimmt sein soll. Und wenn Lychener im Mai auf dem Weg in die Ukraine sind, dann wollen sie die Minkowskis besuchen.