Wohnen im Schloss

Im Fürstenberger Schloss entstehen Luxuswohnungen

Reihenhäuser im Park, Wohnungen im Schloss – in den ehemaligen Witwensitz der mecklenburgischen Herzogin Dorothea Sophie zieht bald Leben ein. Das wird allerdings teuer.
Im ehemaligen Witwensitz der mecklenburgischen Herzogin Dorothea Sophie entstehen Luxuswohnungen.
Im ehemaligen Witwensitz der mecklenburgischen Herzogin Dorothea Sophie entstehen Luxuswohnungen. Martina Burghardt
Bevor hier jemand einzieht, muss saniert werden.
Bevor hier jemand einzieht, muss saniert werden. Martina Burghardt
Wohnen im Schloss: Dieser Traum wird wahr, allerdings nur für gut betuchte.
Wohnen im Schloss: Dieser Traum wird wahr, allerdings nur für gut betuchte. Martina Burghardt
Hier entstehen Wohnungen und Reihenhäuser.
Hier entstehen Wohnungen und Reihenhäuser. Martina Burghardt
Erik Roßnagel und Kadri Becker von der Firma Terraplan stellten den Fürstenberger Stadtverordneten den Projektstand
Erik Roßnagel und Kadri Becker von der Firma Terraplan stellten den Fürstenberger Stadtverordneten den Projektstand vor. Martina Burghardt
Fürstenberg

Die Fürstenberger warten sehnsüchtig darauf, dass ihr Schloss aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Das wird schon bald geschehen. Der neue Eigentümer, die Firma Terraplan, informierte jetzt die Stadtverordneten über den Stand des Projektes.

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Schon beim Kauf des Schlosses in Fürstenberg an der Havel war klar: In den ehemaligen Witwensitz der mecklenburgischen Herzogin Dorothea Sophie wird wieder Leben einziehen. Die Firma Terraplan arbeitet seit dem Kauf Ende 2020 an dem Projekt, das die Sanierung des Gebäudes und den Neubau mehrerer Reihenhäuser auf dem Gelände umfasst. Die Nürnberger Immobilien- und Treuhandgesellschaft hat Erfahrungen mit der Sanierung und Vermarktung von historisch bedeutsamen Bauten, oftmals „kontaminierten Denkmalen“, wie es Geschäftsführer Erik Roßnagel in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung formulierte. Dafür, dass die Firma ihre Versprechen hält, führte er mehrere Beispiele aus Berlin und Brandenburg an, darunter das Olympische Dorf in Elstal, wo ebenfalls Wohnungen entstanden. Die Arbeit des Unternehmens ist mehrfach mit Preisen gewürdigt worden.

Müssen komplett von vorn anfangen

Die Erfahrungen mit dem Denkmalschutz können die Immobilienentwickler auch in Fürstenberg gut gebrauchen. Nach der Bauvoranfrage und einer ersten Überarbeitung des Konzeptes bereitet man nun den Bauantrag vor. Dazu wird ein bauhistorisches Gutachten erarbeitet. „Die bisherige Sanierung war nicht erfolgreich“, so Erik Roßnagel. „An vielen Stellen müssen wir komplett von vorn anfangen. Je weiter wir hereinkommen, desto größer wird die Aufgabe.“

Obwohl Erik Roßnagel nicht über Zahlen sprach, machte er deutlich, dass durch die teure Sanierung im Schloss keine günstigen Wohnungen entstehen werden. Tatsächlich bieten Makler schon jetzt die Wohnimmobilie exklusiv als Kapitalanlage an. Von Kaufpreisen ab 349.000 Euro ist die Rede. Wie genau die Reihenhäuser, die sich im Park verteilen, aussehen werden, steht noch nicht fest, auf jeden Fall werden die Wohnflächen etwa 120 Quadratmeter betragen. Zwei Architekten sind engagiert für die Wohnungen im Schloss und für die Häuser im Garten. Mit dem Baubeginn wird Ende 2021 oder Anfang 2022 gerechnet. Fertig werden will man 2024/25.

Dass die Wohnungen vermutlich betuchten Besitzern als Kapitalanlage und nicht als Dauerwohnsitz dienen werden, sieht Erik Roßnagel nicht als Problem. Auch Mieter könnten dort dauerwohnen, sagte er. Allerdings sind auch Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen denkbar. Und obwohl das Leben im Schloss als exklusiv gelten dürfte, werden sowohl der Saal als auch das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, so der Plan. „Wir würden gern die ein oder andere Brücke über die Havelarme bauen, damit die Integration des Areals in das Stadtgebiet nicht nur über die repräsentative Einfahrt erfolgt“, so Erik Roßnagel.

Gastronomen können sich melden

Die Einrichtung eines Schlosscafés ist nicht geplant. Gewerbetreibende, die gastronomische Ideen für eine Art Pavillon am Eingang des Schlossgeländes haben, können sich jedoch melden. Wie man die Schulhavel wieder auf Vordermann bringt, auch darüber wird Terraplan mit der Stadt reden. Die Bundesstraße 96, die den Schlossgarten vom Stadtpark mit dem Schwedtsee trennt, spielt bei den Planungen keine Rolle. „Wir reagieren baulich darauf“, erklärte Erik Roßnagel auf Nachfrage, sprich, es werden Lärmschutzmaßnahmen ergriffen.

Die künftigen Eigentümer teilen sich das Schloss-Areal, das übrigens für den Fahrzeugverkehr gesperrt bleiben soll. Für die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums wird Kadri Becker zuständig sein. Die Fürstenbergerin ist bereits jetzt an der Projektentwicklung beteiligt. Sie berichtete über die erste Veranstaltung auf dem „bald erwachenden Schlossgelände“: Am 7. August um 21.30 Uhr wird es eine Kinovorführung geben. Außerdem können Besucher dann an Schlossführungen teilnehmen und sich über das Bauvorhaben informieren. Das Kennenlernen und der Austausch mit den Fürstenbergern und vor allem den Nachbarn wird fortgeführt. Interessiert ist Terraplan an Ideen für die Zwischennutzung des Schlossgeländes, bis die Bauleute anrücken.

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