Überraschung zum Abschied
Im Oldtimer auf letzter Dienstfahrt

Mit Leib und Seele hat Hans Dura jahrzehntelang beim Rettungsdienst gearbeitet.
Mit Leib und Seele hat Hans Dura jahrzehntelang beim Rettungsdienst gearbeitet.
Michaela Kumkar

Ihren Kollegen nach über 40 Jahren einfach so in den Ruhestand gehen zu lassen, das kam für Templiner Rettungsdienstler natürlich nicht in Frage.

Was für ein Tag! Nie im Leben hätte Hans Dura sich träumen lassen, welch einen Abschied ihm seine Templiner Kollegen von der Uckermärkischen Rettungsdienstgesellschaft bereiten würden. Doch Ehre, wem Ehre gebührt. Nach 43 Berufsjahren im Rettungsdienst habe sich der 65-Jährige solch einen großen Bahnhof wirklich verdient, fanden seine nun ehemaligen Mitstreiter. Zumal nicht nur die alten Hasen, sondern auch die jüngeren Kollegen gern mit ihm zusammengearbeitet haben. Akkurat und zuverlässig sei er gewesen, das Wörtchen Nein kannte er nie. Gründe genug also für sie, dass sie sich für Hans Dura eine besondere Überraschung ausgedacht hatten. Sie organisierten ein in die Jahre gekommenes Fahrzeug der Schnellen Medizinischen Hilfe. Aus Neustrelitz kam der B 1000. Rettungssanitäter Bernd Krüger und seine Frau Kerstin, eine waschechte Krankenschwester, kutschierten den frisch gebackenen Ruheständler in Dienstkleidung durch seine Heimatstadt Templin.

Ganz und gar ausruhen konnte der sich an seinem Ehrentag jedoch nicht. Die Kollegen hatten eine kleine Aufgabe für ihn vorbereitet: Er sollte zeigen, ob er noch den Reifenwechsel beim B 1000 drauf hat. Früher Pflicht war das Pflicht für jeden Fahrer. Ins Schwitzen kam Hans Dura dabei nicht.