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Jugendarbeit auf dem Prüfstand

Templin. Mit einerFachtagung zur Jugendbeteiligung wollte die Stadt Templin neue Akzente für die Kinder- und Jugendarbeit in der Kurstadt setzen. Sigrid ...

Templin. Mit einer
Fachtagung zur Jugendbeteiligung wollte die Stadt Templin neue Akzente für die Kinder- und Jugendarbeit in der Kurstadt setzen. Sigrid Werner sprach mit Fachbereichsleiterin Ursula Heise, was es gebracht hat.

Kinder- und Jugendbeteiligung, das klingt ziemlich theoretisch. Woran wollen Sie denn die Kinder und Jugendlichen beteiligen?
Am gesellschaftlichen Leben der Stadt natürlich. An den Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit. Wir wollen erreichen, dass sich Kinder und Jugendliche selbst aktiv beteiligen. Ausgangspunkt sind die Sozialraumanalyse und die Rahmenkonzeption offene Kinder- und Jugendarbeit.

Lässt sich die Jugend
beteiligen?
Das ist durchaus nicht so einfach. Die Kinder und Jugendlichen sind heute viel länger in der Schule, haben weniger Freizeit und Spielraum für außerschulische Aktivitäten. Auch die eingeschränkte Mobilität angesichts des ausgedünnten Personennahverkehrs im ländlichen Raum setzt Grenzen. Auf all das müssen wir uns einstellen. Genau deshalb haben wir uns zu der Fachtagung getroffen, um zu schauen, wo und bei wem Stärken und Schwächen in der Stadt liegen.

Wen haben Sie alles dazugeladen?
Nicht nur die Vertreter aus den Jugendhäusern, sondern auch aus Kitas, Horteinrichtungen, Schulen, aus Netzwerken, von Bildungsträgern sowie Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe.

Warum nicht gleich Vereine oder Kinder und Jugendliche selbst?
Es sollte ausdrücklich eine Fachtagung sein, diente auch der Weiterbildung der Fachkräfte. Früher gab es einen offenen Kreis Jugendarbeit, der ist irgendwann eingeschlafen. Inzwischen wussten manche gar nicht mehr, was es alles noch für potenzielle Partner gleich nebenan gibt, wo man sich mit seinen Angeboten gegenseitig ergänzen oder Hilfe holen kann, wer über welche Kompetenzen oder Kräfte verfügt. Einige haben gleich auf der Tagung feste Termine vereinbart, um zu Kooperationsvereinbarungen zu kommen. Ein Stichwort wäre das Thema Elternqualifikation. Die Teilnehmer waren sich einig, dass solche gemeinsamen Treffen künftig regelmäßig erfolgen sollen. Im November findet erneut eine solche Tagung statt. Hier wollen wir die Ergebnisse aus der Stärken-Schwächen-Analyse vorstellen.

Mit welchem Ziel?
Ganz konkret Beteiligungsformen zu definieren.

Oh, das klingt schon wieder wenig konkret…
Nehmen Sie als Beispiel das BMX-Projekt an der Kurmeile. Junge Leute sind an die Stadt herangetreten und wollen die BMX-Bahn für die Kinder und Jugendlichen der Stadt, aber auch für junge Gäste Templins weiterentwickeln und betreuen. Sie brauchen Unterstützung. Wo finden sie Ansprechpartner, wer kann das leisten? Wir wären offen für Spielplatzinitiativen von Eltern und Kindern. Bedarf besteht sicher in der Sportnachwuchsförderung. Es gibt bestimmt junge Leute, die gern als Nachwuchstrainer oder Schiri arbeiten wollen. Und es gibt genauso Bildungsträger, die sich da vor Ort einbringen könnten, ohne dass die Jugendlichen zig Kilometer fahren müssen.
Und dann wären da noch viele Bedingungen zu schaffen, damit die Jugendlichen ihre Freizeitinteressen und ihren Mitgestaltungswillen ausleben können. Ich nenne nur das Stichwort Mobilität. Es wird sicher nicht gelingen, zusätzliche öffentliche Buslinien zu bestellen. Aber vielleicht gelingt es, Fahrgemeinschaften zu organisieren, Fahrzeiten günstiger zu gestalten. Dazu brauchen wir natürlich die Beteiligung jener, die es betrifft.