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Verhungert

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Jungstorch qualvoll im Nest verendet

In Mellenau musste Familie Engelhardt verfolgen, wie dieses Storchenjunge qualvoll verhungerte und verdurstete, obwohl sie alles versuchten, um es zu retten.
In Mellenau musste Familie Engelhardt verfolgen, wie dieses Storchenjunge qualvoll verhungerte und verdurstete, obwohl sie alles versuchten, um es zu retten.
Sabrina Engelhardt

Mellenauer waren beunruhigt, weil sich Störche nicht um ihren Nachwuchs kümmerten. Sie schalteten Fachleute ein. Doch Hilfe blieb aus.

In Mellenau, einem Ortsteil der Gemeinde Boitzenburger Land, ist unter den Augen von Naturschützern ein Storchenjunges offenbar verhungert und verdurstet. Einwohner des Dorfes sowie Frank Zimmermann, Bürgermeister der Gemeinde Boitzenburger Land, fanden das Tier verendet in seinem Nest.

Unter Dorfbewohner herrscht Unverständnis über dieses tragische Tierschicksal. Nach Angaben von Familie Engelhardt seien Storchenbeauftragte des Templiner Regionalverbundes Nabu schon vor mehr als zwei Wochen darüber informiert worden, dass die Altvögel ihren Nachwuchs nur noch sporadisch füttern. Zudem unternehme der Jungvogel keinerlei Flugversuche. Auch, als ein paar Tage später das Elternpaar ganz ausblieb, schlugen sie erneut Alarm. Zwischenzeitlich hatte eine weitere Familie versucht, die Polizei und einen Prenzlauer Storchenbeauftragten einzuschalten. Als nach einem dritten Versuch am 27. August immer noch nichts geschah, überprüften Familie Engelhardt sowie der Bürgermeister selbst das Nest. Doch da sei das Storchenjunge bereits tot gewesen.

NABU bedauert Schicksal

Wolf-Hasso Seybold vom Templiner NABU-Regionalverband bestätigte am Montag den Vorfall. Er bedauerte das Schicksal des Jungstorches. Auch zeigte er Verständnis, dass den Anwohnern der Tod des Tieres emotional nahe geht. Zumal der NABU bei Storchennotfällen schon oft habe helfen können. Auch in diesem Fall sei der NABU nicht untätig geblieben. So habe Tierarzt Ingo Börner schon in Bereitschaft gestanden, um das Tier in seiner Milmersdorfer Auffangstation aufzunehmen.

In Mellenau habe das Storchenpaar sehr spät angefangen zu brüten. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Altstörche das Futterintervall verlängern würden, um Jungvögel zum Verlassen des Nestes zu animieren. Für Storchenexperten sei es immer eine Gratwanderung zu beurteilen, ob ein Jungstorch noch rechtzeitig fliegen lernt beziehungsweise ab wann er Hilfe durch den Menschen bracht. In Mellenau sei erschwerend hinzugekommen, dass es nicht gelungen ist, am 26. August entsprechende Technik wie eine Hebebühne von Kooperationspartnern zu besorgen, um an das Nest zu gelangen, oder die Feuerwehr einzuschalten.