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Kamera und Spachtel geben den Takt an

Grabungsleiterin Karoline Müller (vorn) dokumentiert die Farbzeichnungen in der Grabenwand mit dem Fotoapparat.
Grabungsleiterin Karoline Müller (vorn) dokumentiert die Farbzeichnungen in der Grabenwand mit dem Fotoapparat.
Sigrid Werner

Unter den Straßen und Plätzen der historischen Innenstadt von Templin lagern Schätze. Zumindest für Archäologen. Einige dieser Schätze dürfen sie derzeit heben.

Seit eineinhalb Wochen gibt es in Templin wieder eine Großbaustelle. Aber nicht nur die riesigen Schaufeln der Strabag-Bagger geben jetzt hier den Takt an, sondern auch Sieb, Kamera und Spatel. Denn eine archäologische Baubegleitung ist Pflicht in der historischen Altstadt.

Der Start scheint erst mal recht harmonisch zu laufen. Die Bagger kratzen die ersten 30 Zentimeter Erdreich ab, die Archäologen bekommen zu tun, und dann schwenken die Baufahrzeuge Richtung Bullenwiese, wo sie ungestört von Archäologen metertief buddeln dürfen. Ab der Fischerstraße, Richtung Markt, dürfte es enger werden. Dann heißt es jeweils warten, bis die Mitarbeiter des  Archäologiebüros ABD-Dressler mögliche Funde freigelegt und dokumentiert haben.

Dass da was zu holen sein wird, gilt als sicher, aber für die Bauplaner als unkalkulierbar im Zeitaufwand. Denn schon kurz vor der Stadtmauer stieß man auf mögliche Spuren von Grundstücken, die bereits vor 1735 angelegt sein könnten.