ENTTÄUSCHUNG IN HINDENBURG

Keine Münzen in der Kirchturmkugel

Bekrönungen offenbaren in der Regel kleine Schätze. Auch in Hindenburg waren die Erwartungen groß, als am Montag Kugel und Wetterfahne nach 64 Jahren vom Kirchturm geholt wurden.
Sigrid Werner Sigrid Werner
Tino Hirsch und Frank Rutenberg löten vorsichtig die Hülse auf, die einst der Vater von Wilfried Krügers (von rechts) 1957 sorgsam verschlossen hatte.
Tino Hirsch und Frank Rutenberg löten vorsichtig die Hülse auf, die einst der Vater von Wilfried Krügers (von rechts) 1957 sorgsam verschlossen hatte. Sigrid Werner
Vor dem Altartisch wurden die Schätze des Kirchturms ausgepackt.
Vor dem Altartisch wurden die Schätze des Kirchturms ausgepackt. Sigrid Werner
Bei der letzten Öffnung der Kirchturmkugel hinterließ der damalige Gemeindekirchenrat ein paar Zeilen zur Zeitgeschichte.
Bei der letzten Öffnung der Kirchturmkugel hinterließ der damalige Gemeindekirchenrat ein paar Zeilen zur Zeitgeschichte. Sigrid Werner
Hildegard Becker und ihr Mann Ingo wohnen gleich gegenüber der Kirche und haben mit dem Fotoapparat jeden Sanierungsschritt dokumentiert.
Hildegard Becker und ihr Mann Ingo wohnen gleich gegenüber der Kirche und haben mit dem Fotoapparat jeden Sanierungsschritt dokumentiert. Sigrid Werner
Dachdecker Dennis Straßburg hatte vorsorglich schon in luftiger Höhe die Hülse mit dem Nachlass früherer Generationen "gerettet".
Dachdecker Dennis Straßburg hatte vorsorglich schon in luftiger Höhe die Hülse mit dem Nachlass früherer Generationen "gerettet". Sigrid Werner
Frank Rutenberg zeigt die Wetterfahne von 1706.
Frank Rutenberg zeigt die Wetterfahne von 1706. Sigrid Werner
Pfarrer Dieter Rohde entblättert die alten Zeitungen aus der Hülse.
Pfarrer Dieter Rohde entblättert die alten Zeitungen aus der Hülse. Sigrid Werner
Ursula Goltz und Elfriede Beckert versuchen die alte Schrift von 1901 (1907?) zu entziffern.
Ursula Goltz und Elfriede Beckert versuchen die alte Schrift von 1901 (1907?) zu entziffern. Sigrid Werner
Hindenburg.

Das Dach des Hindenburger Kirchturmes muss saniert werden. Regenwasser kann dort ungehindert durch das lädierte Dach dringen. Jetzt ist der Kirchturm eingerüstet, Handwerker stehen in den Startlöchern. Doch am Montag verfolgten Gemeindeglieder und Neugierige zunächst, wie die Bekrönung mit Kugel und Wetterfahne von der Kirchturmspitze heruntergeholt und geöffnet wurde.

Handwerker, Pfarrer, Gemeindekirchenrat und Dorfbewohner waren gespannt, welche Schätze die Hülse aus der Kugel bergen würde. Zum Vorschein kamen allerdings keine Münzen, wie erwartet, dafür alte Zeitungen, Beschreibungen von Handwerkern, Pfarrern und Gemeindekirchenräten, die ein Bild von der jeweiligen Zeit, kurz vor dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg zeichneten.

1951 war die Bekrönung des Kirchturms das letzte Mal bei Sanierungsarbeiten heruntergenommen worden. Damals enthielt die Kupferhülse auch ein paar Münzen, weiß die Hindenburgerin Elfriede Beckert. Im nächsten Jahr soll der Kirche nach umfangreicher Turmsanierung die Bekrönung wieder aufgesetzt werden. Und wenn das Geld reicht, erklingt vielleicht erstmals seit vielen Jahren auch die Glocke der Kirche wieder, die aus Sicherheitsgründen nicht mehr bewegt werden durfte.

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