In einem Waldtsück oberhalb des Zenssees will die Stadt Lychen will jetzt einen Waldfriedhof einrichten.
             
In einem Waldtsück oberhalb des Zenssees will die Stadt Lychen will jetzt einen Waldfriedhof einrichten.   Sara Cato
Waldfriedhof als Alternative

Letzte Ruhe im lichten Wald über dem Zenssee

Lychen ist reich an wunderschönen Wäldern. Ein besonders idyllische Fleckchen soll jetzt eine neue, zeitgemäße Nutzung erfahren.
Lychen

Stirbt ein Mensch, begraben ihn seine Angehörigen auf dem Friedhof. Die Grabstelle ist für sie zugleich ein Ort der Trauer und des Gedenkens. So war es seit Generationen. Doch unsere Gesellschaft verändert sich. Jungen Menschen verlassen heute oft ihre Heimat, finden Arbeit und Ausbildung in anderen Städten oder Ländern. Die traditionelle Grabpflege ist für viele nicht mehr möglich. Ihre Trauerarbeit muss anders funktionieren.

Im Lychener Stadtforst steht Stadtförster Hilmar Alexandrin auf einer Anhöhe und blickt durch den lichten Wald auf den Zenssee „Hier planen wir die Einrichtung des Lychener Waldfriedhofs.“ Damit folgt die Gemeinde einen bundesweiten Trend zu alternativen Bestattungsarten. „Wir werden uns an dem Vorbild des Templiner Waldfriedhofs orientieren“, erklärt der Förster. Spätestens 2015 soll es in diesem Waldstück die ersten Bestattungen geben. „Es ist keine anonyme Bestattung – man erwirbt eine Grabstelle unter einem Baum, den man sich aussucht.“ Um jeden Baum werden kranzförmig Urnengräber angelegt. Namensschilder an den Bäumen soll es nicht geben, aber alle Grabstellen werden auf einem Plan vermerkt und können wiedergefunden werden.„Die Urnen zersetzen sich innerhalb von drei Monaten“, erklärt Hilmar Alexandrin.

Auf der Anhöhe, auf der er steht, soll der zentrale Gedenkplatz entstehen, ein naturbelassener Weg wird durch den Waldfriedhof führen. „Aber eigentlich verändert sich nicht viel. Der Wald bleibt Wald, einen Zaun um das Areal wird es auch nicht geben“, sagt der Förster. Warum sich immer mehr Menschen zu einer Waldbestattung entschließen, ist ihm verständlich. „Wir leben in einer mobilen Welt. Das Naturverständnis der Menschen ist anders geworden, “ sagt er. Er blickt zu den laublosen Baumkronen auf: „Da kann man schon die Knospen sehen!“ Vogelstimmen läuten den Frühling ein und unter den Füßen dämpft braunes Laub den Schritt – „Hier schließt sich doch irgendwie der Kreis“, fügt der Stadtförster hinzu.

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