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Nach Maifeier Einkehr in der Probierstube

Diese alte Aufnahme zeigt links das frühere Hotel König von Preußen, das sich am Templiner Markt/Ecke Puschkinstraße befand.

Diese „Guckkasten“-Rätselfrage war keine Herausforderung für den Templiner Heinz Rösler: „Ich wusste sofort, dass dieses alte Foto in Templin am ...

Diese „Guckkasten“-Rätselfrage war keine Herausforderung für den Templiner Heinz Rösler: „Ich wusste sofort, dass dieses alte Foto in Templin am Markt/Ecke Puschkinstraße entstanden ist“, meldete sich der Kurstädter telefonisch in der Redaktion des Uckermark Kurier. „Zu sehen ist darauf das frühere Hotel König von Preußen um 1900. Noch vor dem Krieg befand sich eine Landwirtschaftsschule in dem Gebäude. Rechts daneben ist das erste Kreishaus zu sehen. Zuerst war das Gebäude nur zweistöckig, später ist es dann aufgestockt worden. Nach 1945 zog die Polizei ein und nutzte das Haus bis zum Neubau der Wache in der Prokopiusstraße“, schilderte die Templinerin Margit Dura. Sie kennt sich ebenfalls gut in der Templiner Stadtgeschichte aus und hatte das Foto für diesen „Historischen Guckkasten“ zur Verfügung gestellt. „Es stammt aus der Postkartensammlung von Elfriede Sydow.“
Viele schöne Erinnerungen an ihre Kinder- und Jugendzeit in Templin weckte die Aufnahme bei der Hamburgerin Sigrid Rendtel. „Wenn ich von der Schule über den Markt nach Hause ging, standen auf der Treppe der Landwirtschafts- und Berufsschule viele Jungen und rauchten. So genossen sie ihre Pause“, erzählte sie. An dieser Seite des Marktes gab es früher auch einen Tabakwarenladen und das Geschäft von Friseur Jaroschinski. „Das ,Kaffee Toense‘– später Probierstube und heute die Gaststätte ,Bratpfanne‘– schloss sich an“, ließ die gebürtige Templinerin wissen. „Die Probierstube war sehr beliebt. Auch nach dem Umzug am 1. Mai kehrte man dort ein. Es war dort immer schön.“ Das „Kaffee Toense“ bestand übrigens bis 1945. Bekannt war es ebenso unter dem Namen „Kaffee Aquarium“, weil es im Gastraum mehrere Aquarien gab.
Siegfried Breyer, der ebenfalls in Templin zu Hause ist, hat in der Berufsschule am Markt 1952/53 seine schriftliche Gesellenprüfung als angehender Zimmermann abgelegt. Aufnahmen von dieser Häuserzeile findet man auch in dem Buch „Templin Perle der Uckermark“, in dem er gemeinsam mit dem Zehdenicker Ulrich Drewin seltene Fotografien und Postkarten aus den eigenen Sammlungen sowie weiteren privaten Archiven zeigt.
Jüngeren Datums sind die Erinnerungen an diesen Straßenzug von Klaus Behm. So wie er wird sicher vielen Templinern noch das Café am Markt ein Begriff sein. „Im Hof des Cafés habe ich einige Jahre lang gearbeitet“, so Klaus Behm, der als Bäcker beim damaligen Backwarenkombinat Teterow beschäftigt war.
Richtig lagen mit ihrem Tipp außerdem Ilse Krüger, Klaus-Dieter Kleiß, Wolfgang Tucholke, Jörg Schröder, Jürgen Lemke, alle aus Templin, der Lychener Jörg Schröder und Rosemarie Gabrecht aus Hardenbeck.