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Reh verendet in den Maschen

Revierpolizist Horst Zimmermann stellte fest, dass sich das Reh in dem eingewachsenen Zaun verfangen und beim Versuch, sich zu befreien, stranguliert hatte.
Revierpolizist Horst Zimmermann stellte fest, dass sich das Reh in dem eingewachsenen Zaun verfangen und beim Versuch, sich zu befreien, stranguliert hatte.
Sigrid Werner

Ein Gerswalder Jäger macht an einem Bruchrand eine grausige Entdeckung: Eine Ricke hatte sich in einem Zaun verfangen und starb qualvoll beim Versuch, sich zu befreien.

Manfred Quade ist seit 40 Jahren Jäger und hat schon allerhand gesehen. Aber das ging ihm dann doch über die Hutschnur. Als er am Sonntag in seinem Revier zwischen Kaakstedt und Flieth nach dem Rechten schaute, machte er eine grausige Entdeckung. Ein Reh lag verendet an einem Bruchrand. Ganz offensichtlich hatte es sich in einem alten Weidezaun verfangen. Als es sich aus der tückischen Falle befreien wollte, hatte sich das Waldtier offenbar selbst stranguliert.

Zäune in der Landschaft sind an sich nichts Ungewöhnliches. Doch dieser unterhalb der Eulenberge wird offensichtlich schon seit Längerem nicht mehr genutzt und ist inzwischen im hüfthohen Gras verschwunden. Das muss dem Tier zum Verhängnis geworden sein. Revierpolizist Horst Zimmermann, der selbst Jäger ist, bestätigte, dass dies kein Einzelfall ist. Nicht zuletzt, weil Bürger in der Landschaft hinterlassen, was sie nicht mehr benötigen - alte Zaunreste, Garne, Säcke, Seile. Darin könne sich Wild schnell verfangen und im schlimmsten Fall nicht nur böse verletzen, sondern auch an den Folgen verenden.

Der Gerswalder Jäger hat Anzeige erstattet. Der Revierpolizist hat die Sache an das Veterinäramt des Landkreises Uckermark weitergeleitet, um festzustellen, ob überhaupt ein rechtlicher Verstoß vorliegt.