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See- und Fischadler brauchen Ruhe

Seeadler – hier ein Exemplar am „Breiten Luzin“ bei Feldberg – gibt es auch bei Lychen. Die scheuen Tiere reagieren auf Störungen sehr empfindlich.
Seeadler – hier ein Exemplar am „Breiten Luzin“ bei Feldberg – gibt es auch bei Lychen. Die scheuen Tiere reagieren auf Störungen sehr empfindlich.
Patrick Pleul

Ein Lychener fand, dass in seiner Region die Zahl dieser Greifvögel zurückgegangen ist und machte vor allem den zunehmenden Bootsverkehr dafür verantwortlich.

In einigen Gebieten wie der Hohen Heide bei Lychen und bei Gandenitz sei die Zahl der Fischadlerhorste tatsächlich zurückgegangen, so Paul Sömmer, Leiter der Naturschutzstation Woblitz. Er nennt als Ursachen unter anderem Boote, die verbotenerweise am Ufer festmachen oder nach Einbruch der Dunkelheit noch unterwegs sind. Oft würden geeignete, ungestörte Brutbäume in Wassernähe fehlen. Auch durch Radler auf Radwegen, vor allem in Ufernähe, fühlen sich die Greifvögel gestört.

Für die größeren Seeadler seien Wasservögel eine wichtige Nahrungsquelle. Wenn Stockenten und Blässrallen aus verschiedenen Gründen immer weniger werden, wirke sich das auch auf die Seeadler aus. Sie brüten im Wald und reagieren auf Störungen am Horst sehr empfindlich. Auch am See selbst brauchten sie mehr Ruhe als der Fischadler, da sie - anders als ihre kleineren Artgenossen - von einem Ansitz nach ihrer Beute spähen.

Nach Angaben von Torsten Langgemach, Leiter der staatlichen Vogelschutzwarte in Buckow, gibt es landesweit stabile Vorkommen der beiden Greifvögel. So brüteten im vergangenen Jahr 171 Seeadlerpaare in Brandenburg, die Zahl der Fischadlerpaare bezifferte er mit 336 (2012).