Bewegte Geschichte

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Templiner Waldhof feiert seinen 160. Jahrestag

Templin und der Waldhof gehören zusammen. Nicht nur zum Jubiläum.
Templin und der Waldhof gehören zusammen. Nicht nur zum Jubiläum.
Birgit Bruck

Als Rettungshaus für verwahrloste Jungen gegründet, hat die Einrichtung eine bewegte Geschichte hinter sich. Heute ist der Waldhof mit seinen Einrichtungen aus der Stadt nicht mehr wegzudenken.

Der Templiner Waldhof hatte anlässlich des runden Jubiläums zu einem Familienfest eingeladen.

1854 wurde der Waldhof vom "Verein zur Erziehung sittlich verwahrloster Kinder" als "Rettungshaus Templin" in der Nähe des Prenzlauer Tors eröffnet. 1891 verlegte man die Anstalt vor die Tore Templins an den heutigen Standort. Seit 1913 trägt sie den Namen "Waldhof".

Mehr als einhundert Jahre wohnten, lernten und arbeiteten hier verhaltensauffällige Jungen. 1958 kam diese Arbeit zum Erliegen, weil die DDR nicht duldete, dass kirchliche  Einrichtungen Erziehungsaufgaben wahrnehmen. Statt dessen begann die Betreuung behinderter Menschen. In den 1960er Jahren baute Pfarrer Horst Kasner auf dem Gelände mit dem Pastoralkolleg eine Weiterbildungsstätte für Theologen auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel, seine Tochter, ist hier aufgewachsen.

Heute gibt es auf dem Gelände verschiedene Wohn- und Betreuungsangebote für geistig und mehrfach behinderte Menschen, die integrative Waldhofschule als preisgekrönte Grundschule "für alle" und die Stephanus-Werkstätten mit vielfältigen Arbeitsangeboten für 200 Menschen.