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Therme kann mit Familien-Angeboten Kosten decken

Die Templiner Naturtherme kann als eines von wenigen Bädern kostendeckend arbeiten. Alles andere als selbstverständlich in einer Region mit einer so geringen Kaufkraft wie der Uckermark.

In die Naturtherme kommen überdurchschnittlich viele junge Gäste. Das Konzept der Familienfreundlichkeit scheint aufzugehen.
Birgit Bruck In die Naturtherme kommen überdurchschnittlich viele junge Gäste. Das Konzept der Familienfreundlichkeit scheint aufzugehen.

Die bewusste Ausrichtung des Templiner Bades als "Familientherme" war nicht ohne Risiko und auch unter Fachleuten nicht unumstritten. Das Angebot eines Thermalbades ist oftmals automatisch mit der Vorstellung von ruhebedürftigen Gästen jenseits der 60 verbunden. Rutschen oder ein Bereich für Kleinkinder - beides gibt es aber in Templin - passen nicht in dieses Bild.  "Wir setzen auf generationsübergreifende Angebote, für Jung und Alt, für Groß und Klein", betont Geschäftsführer Kurt Stroß. Die Zahlen des Vorjahres sprechen dafür. Der durchschnittliche Thermenbesucher 2012 war eine junge (85 Prozent waren unter 49 Jahre alt) Frau (58 Prozent) aus Berlin oder Brandenburg (80 Prozent) und hat in der Therme Erholung (64 Prozent der Antworten) und Spaß (55 Prozent) gesucht. Von den 252 000 Gästen war jeder Vierte noch keine 17 Jahre alt.

Die Erlöse der Naturtherme beliefen sich im vergangenen Jahr auf fast drei Millionen Euro, das sind rund 80 000 Euro mehr als 2011. Im Schnitt hat jeder Gast, vom Kleinkind bis zum Senior, 11,36 Euro pro Besuch ausgegeben. Die Therme als städtische Gesellschaft - und das ist für den Stadthaushalt enorm wichtig - konnte damit kostendeckend arbeiten. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt unter anderem der jährliche Betriebsvergleich der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. In der Kategorie "Kostendeckungsgrad / Betriebsergebnis" konnte die Naturtherme Templin von deutschlandweit 28 Teilnehmern den 2. Platz belegen. Nur fünf Bäder erreichten überhaupt ein positives Ergebnis.