DREISTE BETRUGSMASCHE

Uckermärkerin verliert ihre Ersparnisse

Eine Templinerin büßte eine fünfstellige Summe ein. Kriminaldirektorin Kirsten Pasedag nimmt diesen und weitere Fälle zum Anlass für eine eindringliche Warnung
Heiko Schulze Heiko Schulze
Vorsicht ist angebracht: Anrufer, die betrügerische Absichten hegen, gehen immer raffinierter vor.
Vorsicht ist angebracht: Anrufer, die betrügerische Absichten hegen, gehen immer raffinierter vor. Julian Stratenschulte
Templin.

Die Dreistigkeit, mit der Betrüger eine Templinerin um ihre Ersparnisse im fünfstelligen Bereich brachten sorgte für Betroffenheit und Empörung bei unseren Lesern. Dem Anrufer, angeblich Mitarbeiter einer Berliner Finanzbehörde, gelang es die Frau so sehr zu verunsichern und unter Druck zu setzen, dass sie am Ende Geld abhob und dieses den Betrügern übergab. Am 28. September gab es vier weitere Betrugsversuche. Dieses Mal waren Schwedter Rentner betroffen, die von angeblichen Bankmitarbeitern über ihre finanziellen Verhältnisse ausgefragt worden waren.

Ein Drittel sind falsche Polizisten

Kriminaldirektorin Kirsten Pasedag, Leiterin Kriminalitätsangelegenheiten im Behördenstab des Polizeipräsidiums, nimmt diese Häufung der Fälle zum Anlass, um nachdrücklich alle Uckermärkerinnen und Uckermärker zu warnen. Mal ist es ein angeblicher Finanzbeamter, mal ein falscher Verwandter, ein anderes Mal ein falscher Polizist oder ein angeblicher Überbringer einer Gewinnnachricht – sie alle versuchen sich das Vertrauen der Angerufenen zu erschleichen. Die brandenburgische Polizei registrierte allein im vergangenem Jahr 1581 Anzeigen im Zusammenhang mit Telefonbetrug, in 544 Fällen gaben sich die Anrufer als Polizisten aus.

Vornamen besser abkürzen

„Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder dazu auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben. Echte Polizisten rufen auch niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an“, betont die Kriminaldirektorin. Und sie hat konkrete Hinweise und Tipps parat, um Betrügern ihr erhofftes Geschäft zu vermiesen. Bereits beim Eintrag in ein öffentliches Telefonverzeichnis sollte der Vornamen abgekürzt werden. Die Änderungen können über den jeweiligen Anbieter des Telefonbuches beantragt werden.

Unbedingt nachfragen

Bei verdächtigen Anrufen sollte sofort die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden. Generell ist gesundes Misstrauen angebracht, wenn angebliche Verwandte und Bekannte anklingeln, die man als solche nicht kennt oder erkennt. Niemals sollten dabei Details zu familiären und finanziellen Verhältnissen preisgegeben werden. Auch sollte sich niemand von Anrufern unter Druck setzen lassen und sich gegebenenfalls ausreichend Zeit nehmen, Angaben des Anrufers durch Nachfragen bei Verwandten oder in der genannten Behörde (offizielle Telefonnummer wählen, nicht jene, die im Display erschien) zu überprüfen.

Weitere Hinweise hat die Polizei in ihrem Internet-Bürgerportal parat:

www.polizei.brandenburg.de

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