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Unglaublich: Haus während Beerdigung leergeräumt

Einbrecher steigen längst nicht mehr nur im Schutze der Nacht in fremde Häuser ein.
Einbrecher steigen längst nicht mehr nur im Schutze der Nacht in fremde Häuser ein.
UKK/Archiv

Einbrecher kommen keinesfalls nur bei Nacht und Nebel. Sondern am helllichten Tag mit immer neuen Tricks.

In Templin wurde in ein Haus eingebrochen, während die Trauergesellschaft auf dem Friedhof ist. In Schwedt wurden bei gleichem Anlass die vor dem Friedhof abgestellten Autos der Trauergäste geknackt. Unglaublich, aber an der Tagesordnung. 

„Wir haben immer wieder Fälle, in denen das Umfeld offensichtlich genau beobachtet wurde und bekannt ist, wann ein Haus oder ein Grundstück verlassen sind“, sagt Gerald Pillkuhn von der Polizeiinspektion Uckermark. Und dazu gehören eben auch Beerdigungen. „Die Täter lesen Zeitung. Und erfahren damit aus Todesanzeigen, wer gestorben ist und wann die Beisetzung stattfindet. Dann ist klar, dass mindestens zwei Stunden niemand da ist“.

Alles zu verschließen und auch nicht mit offenen Garagentoren zu signalisieren, dass das Grundstück verlassen ist, sei deshalb grundsätzlich wichtig. Auch die Nachbarn sollten wenn möglich bei Abwesenheit informiert werden. Wenn denen etwas merkwürdig vorkommt, ermutigt sie Gerald Pillkuhn, den Betreffenden anzusprechen. Denn Einbrecher kommen nur selten mit Sturmhaube und Schraubenzieher in der Hand. Statt dessen als vermeintliche Monteure, Ableser, Rentenberater, Postboten – der Polizeisprecher kann eine lange Liste aufzählen, welche Legenden sich gewiefte Langfinger geben, wenn sie die Gegebenheiten ausspähen wollen. Und immer wieder Erfolg haben. Während es für viele selbstverständlich ist, bei Einbruch der Dunkelheit oder vor einer Reise alles zu verschließen und zu sichern, seien sie oft zu sorglos bei kurzer Abwesenheit. Das „Mal-schnell-zum Bäcker“ reiche schon aus, wenn Türen und Fenster offen stehen. Auch das Wäscheaufhängen und der Schwatz mit der Nachbarin. Werden die Diebe immer einfallsreicher? Für Gerald Pillkuhn spielen auch Medienberichte und Krimis a la „Tatort“ eine Rolle. „Das ist manchmal wie eine Handlungsanweisung. Und manchmal bekommen wir nur wenig später zu spüren“.