Waschbären
Waschbären machen Weinlese

Waschbären haben Brandenburgs nördlichsten Weinberg kahlgefressen.

Waschbären haben Brandenburgs nördlichsten Weinberg kahlgefressen. "Ich kam vom Symposium und da sagten mir die Leute aus dem Ort schon, dass ich wohl nicht viel Freude mehr an meinen Weintrauben haben werde. Diese Freude hätten sich schon die Waschbären geteilt", berichtet der Annenwalder Künstler Werner Kothe, der auf einem nach Süden ausgerichteten Hang hinunter zum See einen Weinberg angebaut hatte. Vor drei Jahren pflanzte Kothe auf dem Hang, der zuvor von Bergen von Schutt befreit werden musste, Weintrauben der Sorte Regent. Einen roten, fruchtigen halbtrockenen Wein versprachen die Früchte zu geben. "In diesem Jahr wäre die erste Lese fällig gewesen. Wir hatten mit dem Schloß Rattey in Mecklenburg-Vorpommern, wo ebenfalls Wein angebaut wird, schon einen Vertrag. Etwa 800 Flaschen wollten wir keltern", sagt Kothe. "Jetzt werden wir die Ernte und den eigenen Rebensaft um ein Jahr verschieben", sagt er. Grundsätzlich will er am Weinbau festhalten. Im kommenden Jahr wolle er das Gelände einzäunen und Hunde laufen lassen. "Wenn man einen Blick in die Historie wagt, sieht man, dass der Anbau von Wein hier in früheren Jahrhunderten durchaus verbreitet war", sagt Kothe. Wenn der hiesige Rebensaft auch nicht die wirtschaftliche Bedeutung erlangte oder jemals erlangen wird wie in den klassischen Weinbauregionen Europas, könne er doch eine Bereicherung der regionalen Produkte darstellen. Für Touristen allemal, denn ein regionaler Wein sei doch etwas Besonderes. "Und wenn er dann auch noch schmeckt, umso besser", sagt Kothe. Den Beweis dafür wird er nun allerdings erst im nächsten Jahr antreten können.