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Wasser im „Faulen See“ fällt seit April einen halben Meter

Roland Resch nimmt am Brüsenwalder Karpfenteich eine Wasserprobe. Auf den ersten Blick ist das Wasser sauber.
Roland Resch nimmt am Brüsenwalder Karpfenteich eine Wasserprobe. Auf den ersten Blick ist das Wasser sauber.
Birgit Bruck

Welche Auswirkungen das Naturschutzgroßprojekt „Uckermärkische Seen“ auf die Wasserqualität hat, erforschen Fachleute an 30 Gewässern. Doch für die letzte Probe scheint ihnen das Wasser auszugehen.

 „An dieser Stelle war vor Kurzem noch Wasser.“ Als Roland Resch das aus dem Schilf ruft, sind es für den Naturparkchef noch mehrere Meter bis zum Rand des Grenzbruchs. „Es ist ganz deutlich, dass die Pegel der Gewässer gesunken sind“, schätzt er ein und verweist auch auf den „Faulen See“. Im neun Meter tiefen Kleinod kurz vor Lychen ist der Wasserstand seit Anfang April um mehr als einen halben Meter gefallen.  Während also andere Gegenden im Frühsommer mit viel zu viel Wasser kämpften, kann im Bereich der „Uckermärkischen Seen“ von Hochwasser keine Rede sein.

Das ist eine der Erkenntnisse, die die Mitarbeiter der Naturparkverwaltung, des Fördervereins „Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft“ und der Naturwacht bei ihrer diesjährigen Gewässerüberprüfung gewonnen haben. An 30 Stellen werden seit dem Frühjahr Wasserproben entnommen und im Institut für angewandte Gewässerökologie Seddiner See untersucht. Die Ergebnisse sollen unter anderem Aussagen liefern, wie sich das Wasser im Bereich wiedervernässter Moore entwickelt, sagt Rüdiger Mauersberger vom Förderverein. „Darüber existieren bislang nur Annahmen“, begründet er das Vorhaben. Damit erhofft er sich weitere Ergebnisse über die Auswirkungen des Naturschutzgroßprojektes „Uckermärkische Seen“, das von 1996 bis 2007 unter seiner Leitung realisiert wurde. Ziel dieses Projektes war unter anderem, die Wasserqualität von Fließgewässern und Seen zu verbessern, die Artenvielfalt in und an Gewässern zu erhalten und zu verbessern.

Dazu wurde der Wasserhaushalt im Projektgebiet stabilisiert, auch um noch intakte Moor- und Bruchwaldstandorte zu sichern. Wie sich das – mittlerweile sechs Jahre nach Projektende – auswirkt, wollen die Fachleute jetzt mit einem breit angelegten sogenannten Monitoring herausfinden. Aus diesem Grund wurden in diesem Frühjahr auch Rotbauchunken und Moorfrösche an ihren Laichgewässern gezählt.

Wie ist die Wasserzusammensetzung im Einzugsbereich wiedervernässter Moore? Welche Stoffe werden im Wasser transportiert? Stimmt es, dass in den ersten Jahren nach der Vernässung mehr Nährstoffe im Wasser sind? Wann ändert sich das? Auf diese Fragen sollen die regelmäßigen Wasserproben an den genau festgelegten Standorten Antwort geben. Viermal sind die Männer in diesem Jahr mit Wat- oder Badehose schon ausgerückt. Ein fünftes Mal, geplant für September, wird es wahrscheinlich nicht geben. Es ist zu trocken, in kleinen Gewässern gibt es nur noch Schlamm.