WINTERDIENST

Wer muss denn nun wann und wo Schnee räumen?

Für die einen kommt er regelmäßig zu spät, der andere hat den Eindruck, er kommt gar nicht. Dem einen wird zu wenig gestreut, dem anderen auch mal zu oft und zu viel. Pünktlich mit Minusgraden und Schneeflocken erwacht die Diskussion über den Winterdienst.
Torsten Rambow vom Lychener Winterdienst sorgt seit früh um fünf für befahrbare Straßen.
Torsten Rambow vom Lychener Winterdienst sorgt seit früh um fünf für befahrbare Straßen. Birgit Bruck
Von 7 bis 20 Uhr müssen Eigentümer oder Mieter schippen und streuen.
Von 7 bis 20 Uhr müssen Eigentümer oder Mieter schippen und streuen. Birgit Bruck
Templin.

 Es ist immer wieder dasselbe: Im Spätherbst demonstrieren Straßenmeistereien und kommunale Wirtschaftshöfe mit gut gefüllten Streugutlagern „Winterbereitschaft“. Und wenn es dann tatsächlich soweit ist, stimmen Autofahrer und Fußgänger in den alljährlich wiederkehrenden Klagechor ein: „Drei Schneeflocken, und nichts geht mehr.“ Kein Winterdienst sei zu sehen, hieß es in den vergangenen Tagen auch in so mancher Zuschrift an die Redaktion, Straßen und Gehwege seien glatt. Nicht nur unser Leser Wolfgang Ackermann aus Mittenwalde will deshalb wissen: Wer muss eigentlich wann und wo räumen und streuen?

Die Räum- und Streupflicht auf öffentlichen Straßen liegt beim jeweiligen sogenannten Baulastträger. Das heißt, dass für die kommunalen Straßen, Wege und Plätze die Gemeinden, für die Kreisstraßen der Kreis und für die Landes- und Bundesstraßen der Landesbetrieb für Straßenwesen verantwortlich sind. Sie sind im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht dafür zuständig, dass man auch bei Eis und Schnee sicher vorwärts kommt.

Eine rechtliche Verpflichtung der Gemeinden zu einem generellen Winterdienst auf allen Straßen und Wegen besteht übrigens nicht. Dort regeln entsprechende Satzungen, was zu tun ist. Zum Beispiel, dass von den Grundstückseigentümern die Gehwege in der Zeit zwischen 7 und 20 Uhr zu räumen und zu streuen sind. Diese Aufgabe kann weitergegeben werden, zum Beispiel an Mieter oder Firmen. „Das sollte man in jedem Fall schriftlich vereinbaren, denn verantwortlich bleibt immer der Eigentümer“, rät Uta Stahlberg, Leiterin des Templiner Ordnungsamtes. Also: Bis um 7 muss geräumt und gestreut sein, danach je nach Wetterlage. Wenn es anhaltend schneit, müsse nicht dauernd gefegt werden, spätestens aber nach dem Ende des Schneefalls.

Straßen, auf denen Schulbusse fahren, haben für die kommunalen Winterdienste Vorrang. „Das heißt für uns, dass wir bis um sieben die Straßen und Bushaltestellen geräumt haben“, erklärt Hilmar Alexandrin, Leiter des für den Winterdienst zuständigen Lychener Bauhofes. Der Dienstbeginn für die sechs Mitarbeiter, die mit fünf Räumfahrzeugen unterwegs sind, liegt dementsprechend früh. Am Montag ging es dort gegen fünf los, in Templin war es 4.15 Uhr.

Bereits ab Mitternacht rollten die vier Lkws des Landesbetriebes für Straßenwesen. Vier Fahrzeuge haben im Templiner Bereich bis früh um sechs rund 230 Kilometer Landesstraßen und 30 Kilometer Bundesstraßen zu bewältigen, sagt Jens Mocker. Je nachdem, ob geräumt oder gestreut wird, braucht ein Fahrzeug für eine Tour zwei bis vier Stunden. Und danach, so räumt Mocker ein, kann es je nach Witterung durchaus so aussehen, als sei noch kein Winterdienstauto da gewesen.

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