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Wie kinderfreundlich ist Lychen?

Kinderfreundlichkeit beginnt schon in der Tourismus-Information. Tischlermeister Horst Jähnke hat eigens für die Lychener Einrichtung eine Spielbank geschaffen.
Kinderfreundlichkeit beginnt schon in der Tourismus-Information. Tischlermeister Horst Jähnke hat eigens für die Lychener Einrichtung eine Spielbank geschaffen.
Sara Cato

Es reicht nicht, sich die Zielgruppe „Familie“ ins Tourismuskonzept zu schreiben. Die Voraussetzungen dafür müssen stimmen. Anbieter in der Flößerstadt schauten deshalb genauer hin, was gut ist und wo noch etwas fehlt.

Lychens Touristiker wollen künftig mehr Familien in die Flößerstadt locken. Das spiegelt sich auch in ihrem Tourismuskonzept wider, das sie im vergangenen Jahr fortgeschrieben haben. Doch wie kinder- und familienfreundlich ist die Stadt wirklich? Um diese Frage zu beantworten, hatte der Tourismusverein eine Expertin aus Burg im Spreewald eingeladen. Simone Mihlan ist in dem Kurort für den Tourismus verantwortlich und leitete früher mehrere Jahre lang ein Familienhotel. Etwa 20 Wissbegierige aus der Flößerstadt und Umgebung hatten sich zum Workshop im Lychener Strandcafé eingefunden.

Aus Erfahrung konnte Simone Mihlan berichten, dass Familienfreundlichkeit sowohl in der allgemeinen Infrastruktur als auch im Detail steckt. Eine Tatsache, die den Teilnehmern immer bewusster wurde, als sie ihre eigenen Stärken und Schwächen beleuchteten. In der Diskussion ging es um Themen wie die Mobilität im Ort, fehlende Schlechtwetteroptionen oder Betreuungsmöglichkeiten sowie auch um kleinste Gesten im täglichen Umgang mit den Kindern – zum Beispiel die direkte Ansprache, kleine Gläser, Malsachen im Restaurant. Dass man diese Angebote regional färben und in das Gesamtkonzept einbinden kann, zeigte die Spreewälderin anhand von mitgebrachten Mal- und Aktionsbüchern.

Potenziale aufgedeckt

In Lychen schätzte sie die Lage so ein, dass zwar viele Betriebe familienfreundlich seien, sich aber noch kein Anbieter auf dieses Klientel spezialisiert hätte. Insgesamt müssten sich die touristischen Anbieter der Stadt genauer überlegen, wie man Lychen für Familienurlauber noch attraktiver und die bestehenden Angebote der Stadt besser erfahrbar machen oder ergänzen kann – vielleicht durch gezielten Einsatz der Kurtaxe, aber auf alle Fälle durch eine bessere Koordination und Zusammenarbeit der Anbieter.