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Winterdienst ein "heißes" Eisen

Nur noch wenige Monate, dann kommt der Schnee zurück. Aber wird sich ein Winterdienst, der auch die Außenbereiche anfährt, auch in Zukunft finanzieren lassen?
Nur noch wenige Monate, dann kommt der Schnee zurück. Aber wird sich ein Winterdienst, der auch die Außenbereiche anfährt, auch in Zukunft finanzieren lassen?
Birgit Bruck

Obwohl das Wetter gerade mit dem „Goldenen Herbst“ begeistert, ist der Winterdienst in Templin bereits  ein heißes Thema. Die Stadt will in den Außenbereichen weniger räumen und streuen.

Im bevorstehenden Winter wird auf denselben Straßen geräumt und gestreut wie in den Vorjahren und die Gebühr für die Anlieger sinkt leicht. Das sind für die Templiner wohl die wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Beschlüsse der Stadtverordneten. Ein Blick in die Unterlagen verrät, dass das neue Straßenverzeichnis, mit dem der  Einsatz des Winterdienstes geregelt wird, im Wesentlichen das von 2008 ist. Und damit bleibt – bis auf einige Straßen, die in der Zwischenzeit neu entstanden sind und mit aufgenommen wurden – alles beim alten. 

Obwohl die Stadtverwaltung seit Jahren Anlauf nimmt, den Winterdienst mit Verweis auf die knappen Kassen auf das gesetzlich festgeschriebene Maß zu reduzieren. Doch immer wieder sind entsprechende Vorlagen in den Fachausschüssen und  Ortsbeiräten durchgefallen. „Der Gegenwind war zu groß“, begründet Fachbereichsleiterin Thekla Seifert deshalb auch denn Schritt zurück zum „alten“ Straßenverzeichnis. Wobei sie betont: „Templin macht zu viel Winterdienst“. Denn was vielen nicht bewusst ist: Die in Templin und den Ortsteilen geübte Praxis ist Kür und nicht Pflicht. Die würde den Winterdienst laut Straßengesetz auf öffentliche, verkehrswichtige Straßen – auf denen zum Beispiel Linienbusse verkehren – und auf gefährliche Abschnitte beschränken. Die Räum- und Streupflicht der Kommune endet an den Grenzen der bebauten Ortsteile mit mindestens zehn bis 15 Häusern. Für Bebauungen, die sich mehr als 150 Meter davon entfernt befinden, kann diese Aufgabe den Anliegern übertragen werden. „500 Meter Straße auf Kosten der Allgemeinheit für ein einzelnes Grundstück zu räumen, da hat der Solidargedanke seine Grenzen“, sagt Thekla Seifert.

Doch der Druck aus den Ortsteilen mit ihren vielen Einzelgehöften und abgelegenen kleinen Siedlungen, deren Bewohner immer älter werden, war größer. Das Thema ist damit nicht vom Tisch. Denn die Herausforderungen, die diese Alters- und Siedlungsstruktur in Zukunft unter anderem an Straßenbau, öffentlichen Nahverkehr und eben Winterdienst stellen, werden bekanntlich nicht kleiner.