DÜSTERER JAHRESTAG

Zeitzeugen erinnern sich an Luftangriff

1944 fielen amerikanische Bomben auf Templin. Alte und junge Menschen widmen sich diesem Ereignis in der Geschichte der Stadt, damit es nicht in Vergessenheit gerät.
Blick in die Templiner Mühlenstraße/Ecke Martin-Luther-Straße nach dem 6. März 1944. Auch das Geschäft Schraermeyer wurde bei dem Luftangriff zerstört. Diese alte Aufnahme gehört der Templinerin Elfriede Sydow.
Blick in die Templiner Mühlenstraße/Ecke Martin-Luther-Straße nach dem 6. März 1944. Auch das Geschäft Schraermeyer wurde bei dem Luftangriff zerstört. Diese alte Aufnahme gehört der Templinerin Elfriede Sydow. Repro: Uckermark Kurier
Brigitte und Werner Köppen erinnern sich noch genau an den Bombenangriff 1944 auf Templin. Sie finden es wichtig, darüber zu sprechen.
Brigitte und Werner Köppen erinnern sich noch genau an den Bombenangriff 1944 auf Templin. Sie finden es wichtig, darüber zu sprechen. Michaela Kumkar
Templin ·

Vor 70 Jahren starben 215 Menschen während des Zweiten Weltkrieges in Templin. In der Stadt soll daran mit einer Gedenkfeier erinnert werden. Geplant ist außerdem, die Begräbnisstätte der Opfer auf dem Waldfriedhof neu zu gestalten. Templiner Gymnasiasten des Leistungskurses Geschichte von Lehrerin Ines Lehmann-Günther recherchieren über die Ereignisse dieses Tages und seiner schrecklichen Folgen. Sie sprachen darüber mit Zeitzeugen.

Zu ihnen gehören Werner und Brigitte Köppen, 84 und 82 Jahre alt. Sie können sich an diesen 6. März 1944 erinnern, als ob er gestern gewesen wäre. „Das Wetter war so schön, dass wir in unserer Mittagspause auf das Dach vom Lebensmittelgeschäft Gierloff in der Prenzlauer Straße stiegen, um dort die Sonne zu genießen“, erzählt Werner Köppen. Er war damals Lehrling bei Hermann Gierloff, genauso wie sein Freund Heinz.

Um 13.30 Uhr hätten beide leise Flugzeuggeräusche gehört. „Und dann sahen wir die ersten Flieger, die von Osten auf die Stadt zukamen. Ein zweiter Verband folgte wenig später. Deutlich zu sehen war, dass die ersten amerikanischen Bomber von deutschen Flugzeugen abgedrängt wurden, einige wurden auch abgeschossen. Mein Freund bekam Angst und stieg vom Dach über den Boden nach unten. Ich blieb noch. Plötzlich fielen die ersten Bomben und ich konnte mich gerade noch auf den Dachboden retten. Das ganze Haus wackelte, alles war voller Staub, man konnte nicht die Hand vor Augen sehen“, erzählt der Ahrensdorfer. Diese Erinnerungen weiterzugeben, ist Familie Köppen wichtig.

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