Den größten deutschen Binnensee kann man schon mal mit der Ostsee verwechseln. So ging es jedenfalls Ballonfahrern
Den größten deutschen Binnensee kann man schon mal mit der Ostsee verwechseln. So ging es jedenfalls Ballonfahrern im Dezember 1909. Hans Blossey
Vor 112 Jahren

Ballonfahrer verwechselten die Müritz mit der Ostsee

Von Paris an die Seenplatte – Ende 1909 machten gleich mehrere Ballonfahrer Mecklenburg unsicher und fabrizierten Notlandungen.
Teterow

Ende 1909 machten gleich mehrere Ballonfahrer Mecklenburg „unsicher“ und fabrizierten Notlandungen. So schrieben die „Teterower Nachrichten“ am 4. Dezember: „Mittwoch vormittag landete an der Grenze der Feldmark von Kölzow ein Luftballon, der am Dienstagabend 6 Uhr aus Paris aufgestiegen sein soll. Der Gondel entstiegen zwei Herren und eine Dame, die noch im Laufe des Tages die Heimreise über Rostock und Berlin antraten.“

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Müritz statt Ostsee

Am 8. Dezember lieferte das Blatt noch nähere Informationen. Die Insassen seien „schon Freitag nacht in Paris aufgestiegen“. Sie hatten dann „die Müritz für die Ostsee gehalten und sind deshalb auf der Grüssower Feldmark gelandet, wobei ihnen zwei Chausseearbeiter behülflich gewesen sind.“

Am 15. Dezember wurde über die nächste wohl nicht nach Plan abgelaufene Landung berichtet: „Sonnabend nachmittag landete in unmittelbarer Nähe der Stadt Plau der Ballon ‚Howald‘ vom Berliner Verein für Luftschifffahrt.“ In Berlin waren Herr Oberleutnant Stach von Golzheim sowie Herr und Frau Kayser aus Crefeld aufgestiegen. „Die Landung erfolgte sehr glatt. Herr Stadtjäger Schütt leistete mit mehreren Forstarbeitern und einigen des Weges kommenden Maurern die erste Hilfe, die von den Insassen des Ballons dankbar anerkannt wurde.“

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Knochenbrüche bei der Landung

Nicht so glimpflich lief die Landung ab, über die die „Teterower Nachrichten“ am 23. Dezember informierten: „Am Sonnabend ging in Tüzen bei Stavenhagen ein mit zwei Herren und einer Dame besetzter Ballon nieder, der vormittags in Berlin aufgestiegen war. Die Landung mußte sehr schnell vor sich gehen, weil sonst der Ballon in den Tüzer See geraten wäre. Leider ging sie nicht ohne Unfall ab. Die Herren trugen leichte Knochenbrüche davon.“

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