Besonderes Foto

Darum leuchten die Wolken über Teterow

Wolken, die scheinbar von selbst glimmen: Aktuell sind am Himmel wieder „leuchtende Nachtwolken” zu sehen. Beobachter in Mecklenburg-Vorpommern haben besonderes Glück.
Der 17-jährige Jannes Hank hat am Freitag kurz vor Mitternacht diese leuchtenden Nachtwolken über Teterow fotografie
Der 17-jährige Jannes Hank hat am Freitag kurz vor Mitternacht leuchtende Nachtwolken über Teterow fotografiert. Er hatte lange auf diesen Moment gewartet. Jannes Hank
Teterow

Es sieht so aus, als würden sie von selbst leuchten: Am Himmel über Mecklenburg-Vorpommern sind aktuell ganz besondere Wolken zu sehen. Sie heißen NLCs (noctilucent clouds) oder auch „leuchtende Nachtwolken”. Dieses Naturspektakel ist nur im Sommer in der Zeit um die Sonnenwende zu sehen, wenn die Sonne einen Stand zwischen 6 und 16 Grad unter dem Horizont erreicht hat. So ist der Himmel bereits dunkel, aber die Nachtwolken werden noch von der Sonne beschienen. Eiskristalle in einer Höhe zwischen 81 bis 85 Kilometern beginnen dann, das Sonnenlicht zu reflektieren – die Wolken scheinen zu leuchten.

Der 17 Jahre alte Jannes Hank aus Teterow ist oft mit seiner Kamera in der Gegend unterwegs. Gerne auch nachts, doch von den besonderen Wolken hatte er noch nichts gehört. Vor einigen Tagen hatte ihn dann die Instagramerin @_fotokathi_, sie kommt auch aus Teterow, darauf aufmerksam gemacht und er beschäftigte sich mit dem Thema.

„Die letzten Tage habe ich dann Mithilfe des OSWIN-Radars in Kühlungsborn versucht, Tage mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für die NLC zu finden”, sagt Hank dem Nordkurier. Am Freitagabend hatte dann alles gepasst und die Wahrscheinlichkeit habe laut dem Radar bei 90 Prozent gelegen. Hank ging also immer wieder in den Garten und schaute in den Himmel. Gegen 23.30 Uhr habe er dann tatsächlich starke NLCs im Norden sehen können. Voltreffer!

Weiterlesen: Hier hat ein Fotograf aus Waren leuchtende Nachtwolken fotografiert

Eine lange Nacht – doch es hat sich gelohnt

„Ich konnte meinen Vater überreden, mit mir zum Aussichtspunkt auf dem Weg Richtung Bristow zu fahren”, sagt Hank. Die leuchtenden Nachtwolken seien von dort sehr schön über Teterow zu sehen gewesen sein. Der junge Fotograf baute also sein Stativ auf und fing ein paar Bilder ein. Nebenbei ließ er auch seine Drohne aufsteigen und machte damit ein paar Aufnahmen. Jedoch seinen damit die Wolken nicht gut zu sehen gewesen.

Wieder zu Hause setzte sich Hank an seinen Rechner und werte seine Ausbeute aus. Es war eine lange Nacht, doch die Ergebnisse können sich allemal sehen lassen! Hank hat schon viele tolle Aufnahmen von seinen Fototouren mitgebracht, die er auf seinem Instagram-Account zeigt. Vor gut einem Jahr war es ihm gelungen, den Kometen „Neowise” über Teterow zu fotografieren. Hier geht es zu einem Artikel darüber.

Rund um die Sonnenwende wird es magisch

Dem jungen Enthusiasten und allen anderen Fotografen in der Gegend kommt gelegen, dass es in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg meist besonders dunkel ist. Durch die dünne Besiedlung gibt es nur wenig störende Beleuchtung am Boden und freie Sicht in die Sterne.

Wer nun auch leuchtende Nachtwolken sehen will, sollte einfach im richtigen Moment die Augen offen halten. Laut der Wikipedia gibt es die meisten Sichtungen in Mitteleuropa von Anfang Juni bis Ende Juli weit nach dem Sonnenuntergang (also erst nach 22 oder 23 Uhr MESZ). Ein weiterer guter Moment ist morgens in der ersten Dämmerung von 3 bis 4 Uhr. Leuchtende Nachtwolken sollen den Angaben zufolge meist im Nordwesten bis Nordosten als leuchtende faserige Wolken auftauchen.

Und wenn man bei der Suche nach den spektakulären Wolken mal kein Glück haben sollte: Eine Sommernacht im Freien verbracht zu haben ist ja auch so eine tolle Sache.

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