DANISH CROWN

Schlachthof-Aus in Teterow führt zu mehr Tiertransporten

Die Danish Crown GmbH schlachtet keine Tiere mehr in Teterow. Jetzt müssen Bauern weite Wege zu anderen Schlachthöfen fahren – für das Tierwohl und die Ökobilanz ist das gar nicht gut.
dpa
Ende August sollen bei der Danish Crown GmbH in Teterow die letzten Schweine geschlachtet werden.
Ende August sollen bei der Danish Crown GmbH in Teterow die letzten Schweine geschlachtet werden. Dpa
Teterow.

Nach dem angekündigten Ende der Schweineschlachtungen in Teterow fordert der Landesbauernverband kurzfristig praktikable Lösungen. Bislang gebe es nur die Idee für die Errichtung eines neuen Regionalschlachthofes, aber keine Akteure, sagte Bauernpräsident Detlef Kurreck am Donnerstag. „Bis so ein neuer Schlachthof seinen Betrieb aufnehmen kann, gehen Jahre ins Land.” Deshalb sollten zeitnah alle Beteiligten an einen Tisch kommen.

Der Konzern Danish Crown hatte in der vergangenen Woche angekündigt, Ende August in Teterow die letzten Schweine zu schlachten. Völlig unvermittelt stehen Schweinezüchter und -mäster sowie Fleischereien im Land vor schweren wirtschaftlichen Problemen, wie Kurreck sagte. Die Bauern müssten ihre Tiere jetzt in weit entfernte Schlachthöfe fahren lassen. Das verursacht höhere Transportkosten, die von den Schweinehaltern getragen werden müssen. Regionale Schlachthöfe seien die Basis für kurze Transportwege und glaubwürdig regional erzeugte Lebensmittel, deren Herkunft für den Verbraucher nachvollziehbar ist.

Schafhalter schon länger betroffen

Neben den Schweinehaltern fordern auch die Schaf- und Ziegenhalter möglichst schnell wieder eine Schlachtmöglichkeit in Mecklenburg-Vorpommern. Danish Crown habe die Verarbeitung dieser Tiere in Teterow schon 2018 eingestellt, teilte der Landesschaf- und Ziegenzuchtverband am Freitag in Karow (Ludwigslust-Parchim) mit. Seither müssen Schafe, Ziegen und Lämmer zur Schlachtung nach Luckenwalde in Brandenburg, Berlin oder Husum in Schleswig-Holstein gefahren werden.

„Es ist widersinnig, wenn eine positive Ökobilanz durch lange Transportwege konterkariert wird”, erklärte Jürgen Lückhoff als Vorsitzender des Landesschaf- und Ziegenzuchtverbandes. Die Tiere leisteten mit dem Grasen auf Grünland einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Natur und zum Klimaschutz. Die langen Transportwege widersprächen zudem den Bemühungen um mehr Tierwohl.

In Mecklenburg-Vorpommern verringern sich die Tierbestände nach Angaben des Bauernverbandes seit Jahren. Die Zahl der Schweine stieg nach einem Einbruch Anfang der 1990er Jahre von über einer Million auf 527 000 jedoch langsam wieder an. 2018 wurden laut Statistischem Amt 832 500 Schweine gehalten. Im Nordosten gibt es rund 450 Schafhalter mit etwa 70 000 Mutterschafen. Dazu kommen zur Lammzeit noch einmal etwa 70 000 Lämmer sowie rund 5000 Ziegen.

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