PAUKENSCHLAG

1. Beigeordneter der Uckermark abgewählt

Uckermark-Landrätin Karina Dörk hat es geschafft. Sie hatte die Abwahl ihres Vizes Bernd Brandenburg beantragt. Der Kreistag stimmte zu.
Ein Bild mit Symbolkraft: Im Uckermark-Kreistag blieb der Stuhl des 1. Beigeordneter bei seiner Abwahl leer. Bernd Brandenburg
Ein Bild mit Symbolkraft: Im Uckermark-Kreistag blieb der Stuhl des 1. Beigeordneter bei seiner Abwahl leer. Bernd Brandenburg war am Mittwoch im Urlaub. Horst Skoupy
Ein Bild aus besseren Tagen: Beim Amtsantritt von Landrätin Karina Dörk am 1. Juni 2018 war Bernd Brandenburg, erste
Ein Bild aus besseren Tagen: Beim Amtsantritt von Landrätin Karina Dörk am 1. Juni 2018 war Bernd Brandenburg, erster Beigeordneter der Kreisverwaltung in der Uckermark, einer der ersten Gratulanten. Benedkt Dittrich
Prenzlau.

Bernd Brandenburg (SPD) ist nicht länger 1. Beigeordneter von Uckermark-Ländrätin Karina Dörk (CDU). Am Mittwoch haben die Politiker des Kreistages Uckermark den Vizechef des Landkreises mehrheitlich abgewählt. Schon im Januar hatte die Landrätin einen entsprechenden Antrag an den Vorsitzenden des Kreistages Wolfgang Banditt (CDU) gestellt. Sie begründete ihren Vorstoß damit, dass das Vertrauensverhältnis zum 1. Beigeordneten nicht mehr vorhanden sei. Wegen der Corona-Krise war die Entscheidung der Kreistagsmitglieder, die ursprünglich im März erfolgen sollte, auf den 17. Juni vertagt worden.

Politisches Novum

Die Abwahl Bernd Brandenburgs ist in zweifacher Hinsicht brisant. Zum einen verlor er mit den Stimmen der SPD-Fraktion seinen Posten. In namentlicher Abstimmung folgten 38 Kreistagspolitiker dem Antrag der Landrätin. Lediglich die acht Fraktionsmitglieder der AfD sowie die drei der Freien Wähler stimmten dagegen. Bernd Brandenburg verliert damit nicht nur seine Funktion als 1. Beigeordneter. Er scheidet zugleich mit sofortiger Wirkung aus der Kreisverwaltung Uckermark aus. Zum anderen ist es die erste Abwahl eines Beigeordneten in der Geschichte des Kreistages Uckermark. Den Landkreis gibt es seit Ende 1993.

Schwierige Entscheidung

Die SPD habe sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte Fraktionschef Frank Bretsch. Es habe im Vorfeld mehrere Gespräche mit Bernd Brandenburg gegeben. Im Ergebnis hätten sich die Fraktionsmitglieder auf eine gemeinsame Position geeinigt. Demnach hätten sie feststellen müssen, dass das Vertrauensverhältnis zwischen dem 1. Beigeordneten und der Landrätin nachhaltig gestört sei. Eine verlässliche Zusammenarbeit sei nicht mehr gegeben gewesen. Die SPD-Politiker seien deshalb ihrer Verantwortung für die Bürger der Uckermark gerecht geworden und haben mit ihrem Abstimmungsverhalten den Weg für einen Neuanfang und damit eine erfolgreiche Arbeit der Verwaltungsspitze im Landkreis freigemacht, so Frank Bretsch.

Treffen mit Verwaltungsrat

Eine Stellungnahme von Bernd Brandenburg gab es am Mittwoch nicht. Sein Platz im Uckermark-Kreistag blieb an dem Tag leer. Wie es hieß, befand er sich im Urlaub.

Wer die Leitungsfunktion von Bernd Brandenburg jetzt übernimmt, stand am Mittwoch noch nicht fest. Am Donnerstag will sich Karina Dörk mit dem Verwaltungsrat der Kreisverwaltung abstimmen, war von Pressesprecherin Ramona Fischer zu erfahren.

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