Ralf Wesendorf hat den 13-jährigen Rüden ins Herz geschlossen.
Ralf Wesendorf hat den 13-jährigen Rüden ins Herz geschlossen. Privat
Der Halter versichert: Boss tut keiner Menschenseele etwas.
Der Halter versichert: Boss tut keiner Menschenseele etwas. Privat
Anzeige nach Beißerei

26-Jähriger fürchtet um Tierheim-Hund Boss

Die Polizei ermittelt wegen Bedrohung gegen einen jungen Prenzlauer. Doch dieser versichert, dass die Schuld nicht bei ihm und seinem Tier lag.
Prenzlau

„13 Jahre alt und noch so viel Power” – Ralf Wesendorf, Spitzname Alex, ist ganz verliebt in seinen neuen vierbeinigen Gefährten. Vor ein paar Wochen hat der Uckermärker den Mischling vorm Tierheim gerettet, und das noch nicht eine Sekunde bereut. „Boss ist wirklich ein ganz lieber”, versichert der junge Prenzlauer: „Er ist verschmust und lässt sich von jedem streicheln.” Umso schockierter ist der 26-Jährige, dass das Schicksal des Rüden jetzt in Gefahr gerät. Er selbst hat nämlich nach einem Vorfall mit besagtem Hund eine Gefährderansprache der Polizei erhalten.

+++ Hunde fallen Mann und Hund beim Gassi gehen an +++

Seinen Aussagen zufolge hatte sich am Freitag, dem 10. Juni, gegen 16.45 Uhr in der Mauerstraße aber Folgendes zugetragen: „Ich war mit Boss, meiner Freundin und einer Kumpeline unterwegs. Mein Hund war selbstverständlich angeleint, wie sich das in der Stadt gehört. In Höhe der dortigen Kita kam dann plötzlich zwischen den Blöcken ein anderer, nicht angeleinter Hund heraus. Dieser hat Boss sofort attackiert. Die Besitzerin rief ihn weder zurück, noch hat sie etwas anderes versucht, um die Eskalation zwischen den beiden zu vermeiden. Ich musste allein versuchen, die Hunde auseinander zu reißen. Und weil der andere nicht von Boss ablassen wollte, bin ich richtig sauer geworden und habe die Halterin angebrüllt.”

Verbal nicht unter Kontrolle

Ralf Wesendorf weiß, dass er sich in diesem Moment verbal besser unter Kontrolle hätte haben müssen: „Aber ich habe vor Aufregung am ganzen Körper gezittert, zumal nun auch noch die zweite französische Bulldogge der Frau angestürmt kam und sich ins Gemenge stürzte.”

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Der Fensterputzer räumt ein, in dieser Situation laut geschrien zu haben und gedroht, dass er ihr gleich „auf die Schnauze” haue, wenn sie ihre Tiere nicht unter Kontrolle hätte, sagt er im Interview mit dem Uckermark Kurier: „Aber das war eine Ausnahmesituation. Ich habe das nicht so gemeint.” Er sei deshalb auch sehr erstaunt, jetzt die Information über die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen ihn wegen Bedrohung im Kasten gehabt zu haben.

„Denn das hat sich nicht so, wie in den Akten geschildert, zugetragen”, beschwört der Prenzlauer. Ralf Wesendorf hofft deshalb inständig, dass sich die beiden Zeugen bei der Polizei melden, die sich gleich nach dem Vorfall mit ihnen unterhalten hatten. „Die haben nämlich alles beobachtet und wissen, dass mein Hund unschuldig war.”

Zeugen gesucht

Vielleicht habe ja auch jemand an diesem Abend aus dem Fenster geschaut und etwas beobachtet. Doch obwohl er schon einen Zeugenaufruf in den sozialen Netzwerken geschaltet hätte, habe sich noch niemand bei ihm gemeldet. Er erneuert die Bitte deshalb über den Uckermark Kurier: „Das ist ganz wichtig, denn ich habe Angst, dass über Boss Lügen verbreitet werden und er vielleicht noch eingeschläfert werden muss, obwohl er keiner Menschenseele etwas zuleide tut und bei mir noch einen schönen Lebensabend haben sollte.”

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