PATIENTENMOBIL

41-Jähriger darf ein letztes Mal Ostseeluft schnuppern

Auf Heilung kann der Patient nicht mehr hoffen. Der Uckermärker gilt als austherapiert. Vor seinem Tod wollte er aber noch einmal unbedingt ans Meer.
Zum Glück spielte das Wetter mit bei seiner letzten Reise an seinen ehemaligen Urlaubsort.
Zum Glück spielte das Wetter mit bei seiner letzten Reise an seinen ehemaligen Urlaubsort. privat
Prenzlau.

„Sie sind austherapiert. Ihnen kann niemand mehr helfen.” Diese furchtbare Botschaft haben Ärzte vor kurzem einem 41-Jährigen aus der Region überbringen müssen. Der Mann ist unheilbar an Krebs erkrankt und bereits ins Hospiz gezogen, wo er seine letzten Tage bei bestmöglicher palliativer Betreuung verleben soll. In Deutschland gibt es aktuell 230 stationäre Erwachsenen-Hospize mit durchschnittlich je zehn Betten, das heißt circa 2300 Hospizbetten, in denen pro Jahr rund 30 000 Menschen versorgt werden können. Das Team der Einrichtung „Am Drachenkopf” in Eberswalde setzt aktuell alles daran, dem betroffenen jungen Mann noch jede Menge angenehme Erlebnisse zu bescheren.

An den Urlaubsort

Die jüngste Fahrt mit dem Patientenmobil des Vereins „Uckermark gegen Leukämie” war einer dieser Höhepunkte, über die er sich freuen durfte. „Unser Fahrgast wurde in den Morgenstunden abgeholt, und gemeinsam ging es an die Ostsee nach Usedom”, erzählt Vereinschefin Ines Baumgarten nach der Rückkehr: „Noch einmal ans Meer, den Sand und die Meeresbrise spüren und fühlen. Unsere Fahrt führte nach Trassenheide, denn dort verlebte der Mann in der Vergangenheit oftmals seinen Urlaub.”

Zum Glück habe es der „Wettergott” bei dieser letzten Reise sehr gut gemeint, setzt sie hinzu: „So konnten wir einen herrlichen Strandtag gemeinsam verleben, natürlich mit gutem Essen, und auch ein Bier durfte es sein. Selbst die Wassertemperaturen ließen es Mitte September noch zu, ins Wasser zu gehen.”

Wünsche werden wahr

Schwerkranken Menschen wie ihm noch unvergessliche Momente zu schenken, das ist das Ziel des Vereinsprojekts „Wünsche werden wahr”. Ines Baumgarten bezeichnet die Touren mit dem Patientenmobil als Herzensangelegenheit, für die sich alle Mitglieder stark machten. Der Rückweg ins Hospiz sei bei Fällen wie diesem natürlich besonders schwer, setzt sie nachdenklich hinzu: „Wir wünschen unserem heutigen Fahrgast ganz viel Kraft für die verbleibende Zeit und weitere schöne Momente.„Die Zusammenarbeit mit dem Eberswalder Hospiz ist schon seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit und soll sich in Zukunft noch weiter vertiefen, betont die Chefin: „Wir schätzen diese wertvolle Arbeit und freuen uns, dass wir etwas dazu beitragen dürfen, den Bewohnern Freude zu bereiten.”

Patienten-Mobil

Ines Baumgarten erklärt, dass sich das Patientenmobil-Team über weitere Anfragen von schwerkranken Menschen freuen würde. Das für die Nutzer kostenfreie Angebot richtet sich nicht nur an Krebspatienten, sondern an jeden, der eine schlimme Diagnose bekommen hat, in Therapie ist oder nach Behandlungen wieder zu Kräften kommen möchte. „Wir erfüllen Wünsche und fahren Wunschorte an. Wir wollen Lebensfreude schenken, und wenn es bis zum letzten Lebensabschnitt ist. Es geht nicht nur darum, Sterbende zu fahren, sondern diesen Betroffenen schöne Augenblicke bescheren.” Den 41-Jährigen durfte sogar ein Hospiz-Mitarbeiter begleiten. Bei anderen Fahrten waren auch schon Angehörige mit dabei. Alles wird so organisiert und durchgeführt, dass es den Vorstellungen des Patienten entspricht.

Kontakttelefon: 0173 7288055

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Kommentare (1)

ist ein mieser Verräter.