CORONA-REGELN

52-Jährige fürchtet Wut der Maskenträger

Christine Sturm darf „oben ohne“ in jeden Laden und auch in die Bahn. Die Dreifach-Mutter hat ein Attest. Vor bösen Blicken schützt das aber nicht.
Christine Sturm ist die bösen Diskussionen leid.
Christine Sturm ist die bösen Diskussionen leid. privat
Prenzlau.

Corona hat die Menschen enger zusammenrücken lassen. Durch die Pandemie ist die Gesellschaft solidarischer geworden. Die Bewältigung der Krise wird uns stärken.” Behauptungen wie diese machen Christine Sturm zunehmend wütend. Denn die gelernte Bürokauffrau beobachtet in ihrem Umfeld eine ganz gegenteilige Entwicklung. „Der Alltag wird zunehmend von Misstrauen und Feindseligkeit geprägt”, argumentiert die dreifache Mutter. Auch ihr selbst schlägt aktuell viel Ablehnung entgegen, wenn sie das Haus verlässt. Nach einem körperlichen Zusammenbruch aufgrund von Luftnot unter der Maske muss sie diese nämlich nicht mehr tragen. Das nötige ärztliche Attest dafür hat sie stets in der Tasche dabei. „Aber ich hänge es mir nicht um den Hals. Ich bin doch kein Hund mit Marke”, schimpft die 52-Jährige. Sie ahnt, dass beispielsweise das Tragen eines Plastikvisiers sie vor Anfeindungen schützen könnte.

Nicht einknicken

„Aber noch bin ich mir nicht sicher, ob ich einknicken will”, sagt die Frührentnerin. Denn obwohl sie aufgrund eines Lungenleidens zur sogenannten Corona-Risikogruppe zählt, glaubt Christine Sturm nicht, dass die Masken schützen. „Noch vor ein paar Monaten waren unsere Politiker ja auch dieser Meinung. Aber dann hat sich das Blatt gewendet. Keiner weiß, warum. Jedenfalls will es uns keiner sagen. Eine plausible Erklärung dafür hat mir noch niemand liefern können.” Sie beobachte vielmehr, dass die Menschen in ihrem Umfeld zunehmend verunsichert seien und alle Panik-Meldungen für bare Münze nehmen würden. „Es wird nichts mehr hinterfragt. Alle trotten hinterher. Das finde ich wirklich schlimm an der derzeitigen Situation”, stellt Christina Sturm fest.

Verschwörungstheoretiker

Wirklich verdenken könne sie das aber niemandem, denn viele fürchteten einfach, als Verschwörungstheoretiker oder Rechte betitelt zu werden. Für sich und alle anderen Maskenbefreite hofft die chronisch Kranke, dass sich diese überaus wütende Gesinnung vieler Maskenträger wieder legt. Der Mensch sollte sich darauf besinnen, vor einem Urteil erst alle Seiten anzuhören. „Mein Motto war und bleibt: Die Dinge gründlich hinterfragen. So hat es mich meine Mutter gelehrt, und so habe ich auch meine drei Kinder erzogen.” Abschließend sagt Christina Sturm: „Wäre ich jünger und vor allem gesund, dann würde ich aktuell auf jeder Demo stehen. Mir macht nicht das Virus Angst, sondern der Verlust der Bereitschaft, andere Meinungen anzuhören und zuzulassen. Es gibt nicht die eine Wahrheit, auch bei Corona nicht.”

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Kommentare (4)

Jeder regt sich so herrlich auf über die Nicht Akzeptanz des anderen- mit und ohne Maske bekommt man doch entsprechend der contra Gruppe Blicke oder Kommentare - das zeigt doch die Unfähigkeit jeden nach seiner Facon sein zu lassen - alle die da mach Demokratie schreien können an dieser Stelle mal anfangen diese zu Leben statt anderen persönliche Wahrheiten aufzudiktieren.
Zu der vermeintlichen Furcht vor dem rechts sein oder nicht - da gibt es ganz klare Möglichkeiten sich abzugrenzen. Das ist auch so eine merkwürdige Inszenierung.
Ich würde nicht auf eine gemeinsame Demo mit Nationalsozialisten gehen.
Es spiegelt einen Einzelfall wider. Was ist mit denen, die sich für ein Tragen der Masken entscheiden und angefeindet werden.
Genauso daneben.
Man sollte nicht immer mit zweierlei Maß bemessen.
Vielleicht mal statt schwarz weiß Spaltung die Grautöne entdecken.

Die gute Frau muss, zwischen ihrem 17. Lebensalter und ihrem 52. Lebensalter (35 Jahre), richtig gut verdient haben, um sich leisten zu können mit 52 in Rente zu gehen. Und das als Bürokauffrau. Respekt!

Ansonsten danke für diesen Artikel!

Man kann wieder recht gut erkennen, in welchem Milieu solche Meinungen zur Maskenpflicht entstehen.

Warum nicht mit 52?Schonmal was von EU Rente gehört.
Wer gemeint ist brauch ich ja wohl nicht schreiben.

Ich habe heute früh beim Bäcker das Gegenteil erfahren müßen.
Mit mir waren es acht Kunden und der Einzige mit Maske bin ich gewesen und wurde von der Hälfte angeschaut wie ein Aussätziger.