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Ein Bewohner der Gemeinde Uckerland behauptet, dass sein Nachbar seit vielen Jahren schon seinen Müll im Erdreich vergräbt. Das zuständige Amt hat dafür bislang keine Bestätigung gefunden. Z1003 Jens Büttner
Amtsleiter Rainer Mattukat vermutet, dass hinter der Anzeige persönliche Differenzen stecken.
Amtsleiter Rainer Mattukat vermutet, dass hinter der Anzeige persönliche Differenzen stecken. Monika Strehlow/Archiv
Streit

53-jähriger Uckerländer zeigt Nachbar an

Dass jemand Plastikmüll verbrennt und anderen Unrat vergräbt, will ein aufmerksamer Bewohner beobachtet haben. Das Amt hat einen anderen Verdacht.
Lübbenow

Ein vermeintlicher Umweltskandal beschäftigt derzeit die Behörden in der Gemeinde Uckerland. Auslöser ist eine Anzeige, die ein 53-Jähriger beim Bürgermeister erstattet hat. Darin beschuldigt der Mann seinen Nachbarn, schlimmsten Umweltfrevel zu betreiben. Auch gegenüber dem Uckermark Kurier versichert der erst vor ein paar Jahren in die Gemeinde gezogene gebürtige Sachse (Name bekannt), dass in seiner Nähe Müll vergraben und verbrannt wurde und werde. Das halbe Dorf wüsste davon, so seine Aussage, aber niemand unternehme etwas.

Weil er es nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren könne, wegzuschauen, habe er Aufnahmen von dem Bereich machen lassen und der Verwaltung zur Verfügung gestellt, sagte er im Gespräch mit der Presse. Doch das Amt, so sein Vorwurf im Interview, schaue weiterhin weg. Auch das Vertrauen in den Ortsbeirat habe er verloren.

Unter einer Decke

„Die stecken doch alle unter einer Decke”, echauffiert sich der Zugezogene: „Es handelt sich hierbei um Tonnen von Sondermüll, die vergraben worden sind. Er verbrennt seinen Plastikmüll in der Heizsaison regelmäßig in der Heizungsanlage. Des Weiteren hat sich Herr... in seiner Scheune eine Wohnung ausgebaut, die keine bautechnische Abnahme hat und diese wohl auch nie bekommt. Zur Entsorgung seiner Abwässer und Fäkalien hängt an der Außenwand der Scheune ein 1000 Liter-Wassertank, dieser hat eine Überlaufleitung, die einfach in der Natur endet.”

Starker Tobak, doch die Anschuldigungen gehen noch weiter: „Ich musste im Laufe der Zeit und nach Gesprächen mit den Dorfbewohnern feststellen, dass wohl doch mehr an der Sache dran ist, als ich vorher gedacht hatte. Aber keiner der Dorfbewohner möchte als Zeuge genannt werden.”

Antwortmail

Am 26. Juni habe er deshalb beim Bürgermeister der Gemeinde Uckerland vorgesprochen und diesem persönlich die Lage geschildert: „Dieser sicherte mir zu, sich um den Fall zu kümmern. Leider bekam ich nach ein paar Wochen eine Mail von ihm, in der er mir mitteilte, er hätte sich mit dem Ortsbeirat getroffen, denen sei das Problem wohl bekannt. Weiterhin schrieb er mir, ich müsse mich mit meinem Anliegen an andere Stellen wenden! Mein Anliegen? Es ist wohl eher ein öffentliches Anliegen, wenn die Umwelt als Müllkippe benutzt wird, so finde ich jedenfalls. Es wäre ehrlich gesagt ganz toll, wenn sich mal jemand der Sache annimmt, damit das Ganze nicht im Sande verläuft.” Das sind heftige Anschuldigungen – aber was ist wirklich dran an den Behauptungen?

Nichts gefunden

Der zuständige Fachbereichsleiter Rainer Mattukat bestätigte auf Nachfrage, dass der besagte Bewohner zu dem geschilderten Sachverhalt bei der Verwaltung vorgesprochen habe: „Auch hat die Gemeinde mit Unterstützung des Ortsbeirates versucht, den von ihm geäußerten Anschuldigungen nachzugehen. Leider konnten weder der Ortsbeirat noch das Ordnungsamt eine hinreichende Beweislage herstellen, die einen Umweltfrevel aufdecken würde. Es sind an uns bisher auch keine weiteren Beschwerden von anderen Anwohnern in Bezug auf Umweltdelikte herangetragen worden.”

Deshalb gehe die Gemeinde im Moment davon aus, dass es zwischen den beiden Herren zu persönlichen Unstimmigkeiten gekommen sei. „Leider erleben wir es in den letzten Jahren immer wieder, dass Behörden dazu benutzt werden, persönliche Streitigkeiten zwischen Nachbarn einseitig regeln zu wollen. Vor solch einem Missbrauch müssen wir uns schützen, indem wir eine umfassende Recherche betreiben, die leider sehr aufwendig und personalintensiv ist.”

Weitere Recherche

Der besagte Bürger habe seine Anschuldigungen gegen den Nachbarn nie richtig mit Beweismitteln oder weiteren Zeugen belegen können, erklärte Matttukat: „sodass wir seine Anzeige zwar durchaus ernst nehmen, aber dennoch darauf achten müssen, dass wir nicht missbräuchlich zum Ausfechten eines Nachbarschaftsstreites benutzt werden. Bevor von der Gemeinde Uckerland eine große Lawine losgetreten wird und wir andere Behörden mit den Anschuldigungen betrauen, werden von uns erst einmal weitere Recherchen betrieben.” Eine Anfrage des Uckermark Kurier an das Umweltamt der Kreisverwaltung, inwieweit man dort schon Kenntnis von dem Vorgang habe, blieb bislang unbeantwortet.

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