In der Wohnanlage in der Schulzenstraße in Prenzlau wurde ein Mitarbeiter angegriffen.
In der Wohnanlage in der Schulzenstraße in Prenzlau wurde ein Mitarbeiter angegriffen. Claudia Marsal
Brutale Attacke

Seniorenresidenz-Mieter prügelt Hausmeister ins Krankenhaus

Als Hausmeister wollte er sich ein bisschen Geld zur Rente dazu verdienen. Doch dann kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung mit einem Bewohner.
Prenzlau

In Prenzlau ist ein Rentner brutal zusammengeschlagen worden. Der Vorfall ereignete sich in einer Seniorenwohnanlage in der Schulzenstraße, wo sich der 65-Jährige zu diesem Zeitpunkt ein bisschen Geld zur Rente dazu verdiente. Der Papa sei so glücklich über diesen Nebenjob beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) gewesen, erzählte sein Sohn dem Uckermark Kurier. Der noch rüstige Rentner habe dort ein bisschen das „Mädchen für alles“ gemacht, setzt Marcel U. hinzu. Auf 450 Euro-Basis mähte der Ruheständler für die Bewohner den Rasen, kümmerte sich ums Gießen, die Mülltonnen sowie den Sperrmüll. Letzteres brachte ihm aber dann die unerwartete Attacke eines Mieters ein. Der Vorfall endete für den älteren Prenzlauer am 16. Mai mit Blaulicht im Krankenhaus am Rande der Stadt.

Streit um Fahrrad

„Mein Vater ist an besagtem Abend von einem dort lebenden Mann angegriffen worden, weil dieser sich ungerecht behandelt sah.“

Die Familie weiß bislang nur, dass es bei der Auseinandersetzung wohl um einen alten Fahrradrahmen ging, der von der Sperrmüll-Abfuhr abgeholt worden war. Das Teil habe der vorherige Besitzer von dem späteren Opfer zurückhaben wollen. „Doch das ging natürlich nicht. Der lag vermutlich längst auf der Halde“, führt der Sohn weiter aus. Das habe sein Vater dem entrüsteten Mann auch gesagt; „aber dieser wollte davon nichts hören, sondern schlug sofort auf ihn ein.“

Marcel U. berichtet weiter, dass sein Papa zunächst angeschrien wurde und dann plötzlich Faustschläge ins Gesicht und Tritte am ganzen Körper kassiert habe. Er blutete stark. Zum Glück wurden Zeugen auf das Geschehen aufmerksam und riefen Hilfe. Zur Verwunderung der Familie des Betroffenen sei der Angreifer allerdings nicht verhaftet worden, sondern habe sie schon wenig später wieder aus dem Fenster seiner Wohnung beschimpft und bedroht, heißt es weiter. Nachbarn hätten ihnen dann bestätigt, dass dieser Mann in der ganzen Anlage für Unfrieden sorge und viele in Angst vor einer Konfrontation mit ihm lebten.

Maß ist voll

Marcel U. hält das für ein Unding, doch beim Vermieter, der gleichzeitig Arbeitgeber seines Vaters war, sei man zunächst nicht auf Verständnis gestoßen. Tage nach dem Angriff sei allerdings ein Schreiben der Chefin eingetroffen, das man als Entschuldigungsbrief werten könnte, setzt die Schwiegertochter hinzu: „Aber das Maß war da schon voll.“ Der angegriffene Hausmeister wird seine Arbeit auch nach der Krankschreibung nicht mehr aufnehmen können, weil er sich vor dem Täter fürchtet. Aktuell muss der Verprügelte jeden zweiten Tag zur Kontrolle in die Klinik fahren, weil die Ärzte Folgeschäden befürchten. Die Familie des Opfers ist entsetzt über die Brutalität, die in der Gesellschaft offenbar immer mehr zur Normalität werde. „Kürzlich stand ja erst in der Zeitung, dass ein alter Mann an der Bushaltestelle von einem Teenager verprügelt worden war. Jetzt erwischte es nun Papa. Wo soll das bloß enden?“

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Die Polizeidirektion bestätigte, dass es diesen Sachverhalt gab und die Kriminalpolizei jetzt wegen Körperverletzung ermittelt. Gerlinde Daum, Geschäftsführerin des ASB, äußerte ihr Bedauern, ihr tue der angegriffene Mitarbeiter sehr leid. Mit Blick auf die dortigen Bewohner und ihr Personal habe sie auch sofort notwendige Maßnahmen ergriffen. Ihren Ausführungen vorweg nahm sie die Versicherung, dass „in unserer Wohnanlage ganz 'normale' Mieter leben.”

Wohnung gekündigt

Der Mann, mit dem es den Zwischenfall gab, habe allerdings eine gesetzliche Betreuerin, die für ihn zuständig sei. An diese hat der ASB eine sofortige Wohnungskündigung geschickt. „Ich habe die Betreuerin außerdem kontaktiert und dringlichst gebeten, umgehend dafür Sorge zu tragen, dass der besagte Herr seine Wohnung verlässt.

+++ Diese Frau behauptet: Polizist hat mir Schläge angedroht +++

Ich möchte nicht, dass unsere Mieter sowie auch unsere Mitarbeiter in Angst und Schrecken versetzt werden, zumal die Pflegekräfte auch ihrem Nachtdienst nachgehen müssen. Ich tue alles erdenklich Mögliche, damit wieder Ruhe und Frieden in unserer Wohnanlage einzieht. Niemand soll sich ängstlich umschauen müssen, wenn er über den Hof geht.”

 

 

 

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