CORONA-VERORDNUNG

Ab Montag Shopping mit Termin

Einkaufen ist ab nächster Woche in Brandenburg wieder möglich. Die Einzelhändler dürfen ihre Geschäfte öffnen und unter Auflagen Kunden bedienen. Auch Baumarkt-Einkäufe sind wieder möglich. Das Nachsehen haben allerdings Gastronomie und Tourismus.
Die Einzelhandels-Geschäfte in Brandenburg können wieder Kundschaft empfangen.
Die Einzelhandels-Geschäfte in Brandenburg können wieder Kundschaft empfangen. Sina Schuldt
Potsdam ·

Ab Montag können Brandenburger – nach vorheriger Anmeldung – wieder shoppen gehen: Einzelhändler dürfen dann ihre Läden für vorher angemeldete Kunden öffnen. Allerdings darf nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter Ladenfläche in den Laden gelassen werden. Das kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz nach der Kabinettsschalte zur neuen Eindämmungsverordnung an. Für alle Brandenburger komplett geöffnet werden am Montag auch die Baumärkte: Damit soll Einkaufstourismus nach Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern verhindert werden, wo die Baumärkte auch öffnen. Für Blumenläden und Floristikgeschäfte entfällt zudem die Pflicht, mindestens 50 Prozent ihrer Ladenfläche unter freiem Himmel anzubieten.

Doppelte Notbremse

Woidke kündigte zudem eine „doppelte Notbremse“ im Land an: Wenn in einem Landkreis die Inzidenzzahl von 200 erreicht wird, müssen in diesem Landkreis alle bestehenden Öffnungen zurückgenommen werden. Wenn das Land im Durchschnitt die Inzidenzzahl von 100 erreicht, werde das Kabinett sofort zusammentreten und über Rücknahme von Lockerungen beraten. „Wichtig ist, dass der positive Trend, den wir in den letzten Wochen hatten, sich nun weiter fortsetzt“, sagte Woidke. Die Menschen im Land müssten sich weiter an Abstands- und Hygieneregeln halten – allerdings sind auch private Treffen ab Montag in einem größeren Rahmen erlaubt: Während ein Haushalt bislang nur eine weitere Person treffen durfte, können sich ab Montag auch zwei Haushalte mit maximal fünf Personen wieder treffen.

Lesen Sie hier: Uckermärker hätten mehr Lockerungen erwartet

Ab 15. März Wechselunterricht für alle Schüler

Neuigkeiten gab es am Freitag auch für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen im Land: Für sie beginnt ab dem 15. März wieder der Wechselunterricht. „Jede Woche, die Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen können, ist mir wichtig“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Zudem könnten in der Jugendarbeit wieder Präsenzangebote für Jugendliche bis 18 Jahren angeboten werden. Die Bildungsministerin erneuerte den seit Beginn der Pandemie geäußerten Appell an die Eltern von Kita-Kindern, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. „Die Eltern, die dem Appell nachkommen, müssen weiterhin keine Elternbeiträge zahlen.“ Noch keine wirkliche Perspektive gibt es dagegen für Gastronomie und Tourismus: Erst in einigen Wochen werde man über die Öffnungen beraten können. „Wir werden immer nur in Abhängigkeit von der Gesamtlage über weiterführende Schritte beraten können“, sagte Woidke. „Und im Blick auf die Gesamtlage müssen wir an dieser Stelle weiter um Geduld bitten.“

Innenminister Michael Stübgen machte unterdessen auf die Lage im Nachbarland Polen aufmerksam. „Sollte Polen zum Hochinzidenzgebiet erklärt werden, sind die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um weiterhin einen reibungslosen beruflichen und familiären Austausch zu gewährleisten“, sagte Stübgen. Ein funktionierender Grenzverkehr sei für die Menschen beiderseits der Oder wichtig. „Eine allgemeine Testpflicht bei Einreise würde erst bei einer Einstufung Polens zum Virusvariantengebiet greifen.“ Dafür treffe das Testkonzept des Innenministeriums Vorkehrungen: So könnte es bis an bis zu sechs Standorten Teststationen entlang der Grenze geben.

Die wichtigsten Punkte sind:

  • Private Zusammenkünfte sind mit dem eigenen Haushalt und einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 werden dabei nicht mitgezählt.
  • Schule: Für die Klassen 1 bis 6 in der Primarstufe begann der Unterricht bereits am 22. Februar 2021 im Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht. Ab dem 15. März 2021 erfolgt der Unterricht dann auch an den weiterführenden allgemeinbildenden Schulen, den Oberstufenzentren, den Schulen des Zweiten Bildungswegs sowie an den Förderschulen „Lernen", „Körperliche und motorische Entwicklung", „Sehen" und „Hören" im Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht.
  • Der bisher von der Schließungsanordnung betroffene Einzelhandel kann für Termin-Shopping-Angebote („Click & Meet") öffnen. Dies wird jedoch auf eine Kundin / einen Kunden bzw. einen Hausstand pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche begrenzt. Notwendig: Vorherige Terminbuchung und Kontaktnachverfolgung.
  • Baumärkte können öffnen.
  • Für Gartenmärkte und Floristikbetriebe entfällt die 50-Prozent-Regel zur Außenverkaufsfläche. Dies ist insbesondere für kleinere Blumenläden wichtig.Körpernahe Dienstleistungen wie zum Beispiel Kosmetik-, Tattoo- und Sonnenstudios können unter Auflagen öffnen. Sofern keine Maske getragen werden kann, müssen Kundinnen und Kunden einen tagesaktuellen bestätigten negativen COVID-19 Schnelltest vorweisen oder vor Ort einen Selbsttest machen.
  • Auf allen Sportanlagen unter freiem Himmel ist kontaktfreier Sport mit bis zu zehn Personen in dokumentierten Gruppen erlaubt. Für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren ist gemeinsamer Sport in einer Gruppe bis zu 20 Personen (zuzüglich Aufsichtspersonal) gestattet.Museen, Gedenkstätten, Galerien, Planetarien, öffentliche Bibliotheken können unter Auflagen (z.B. vorherige Terminvergabe) öffnen.
  • Notbremse: Übersteigt die 7-Tage-Inzidenz für mindestens drei Tage in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt den Wert von 200 werden wieder schärfere Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen festgesetzt.

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Kommentare (2)

Welche Lichtgestalt hat sich diesen Schmarrn ausgedacht? Mit Anmeldung? Wie tief sinkt die Intelligenz noch?

Zum einkaufen ausmache oder gleich das Produkt online bestelle, was macht es denn aus?
Läden wieder komplett auf ohne Restriktionen, dass ist der einzige Weg.
Wo sind denn die selbstständigen Händler und Gastronomen?
Sitzen zuhause und sehen ihr Herzblut pleite gehen.
Haben Angst das kein Schweigegeld mehr vom Staat gezahlt wird, wenn sie sich mucken.