In dieser Woche erhielt der AfD-Bundestagsabgeordnete Hannes Gnauck die schriftliche Ausladung vom Amt Biesenthal-Barnim.
In dieser Woche erhielt der AfD-Bundestagsabgeordnete Hannes Gnauck die schriftliche Ausladung vom Amt Biesenthal-Barnim. NK-Archiv / Heiko Schulze (NK-Kombo)
So bunt gestaltet erreichte auch den AfD-Bundestagsabgeordneten Hannes Gnauck die Einladung zur Festveranstaltung. Nach dessen
So bunt gestaltet erreichte auch den AfD-Bundestagsabgeordneten Hannes Gnauck die Einladung zur Festveranstaltung. Nach dessen Zusage kam die Ausladung. Heiko Schulze
Hannes Gnauck

Amt lädt AfD-Abgeordneten erst ein, dann aus

Der Direktor des Amtes Biesenthal-Barnim räumt einen Fehler bei der Einladung zum Jubiläum ein. Wie viele Gäste davon betroffen sind, sagt er nicht.
Biesenthal

„Wir laden Sie ein!“ steht auf den mehrfarbigen Einladungskarten, die das Amt Biesenthal-Barnim anlässlich der Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen an ausgewählte Personen verschickte. Unterschrieben vom Amtsdirektor Andre Nedlin und dem Amtsausschussvorsitzenden Carsten Bruch, die zugleich versichern: „Wir freuen uns, Sie als Gast an diesem Tag begrüßen zu dürfen.“ Eine dieser persönlichen Einladungen erhielt der AfD-Bundestagsabgeordnete Hannes Gnauck (Wahlkreis Barnim/Uckermark), der diese auch bestätigte und sein Kommen zur Festveranstaltung am 24. Juni zusagte. Doch plötzlich ist sein Erscheinen zu „guten Gesprächen, Livemusik und Lasershow“ am und über dem Wukensee nicht mehr erwünscht.

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Bei der Erstellung der Gästeliste zur Jubiläumsparty sei dem Amt „ein Fehler“ unterlaufen. „Die Übersendung der Einladung an Sie wurde fälschlicherweise vorgenommen und kann nicht aufrechterhalten werden“, ließ der Amtsdirektor Gnauck schriftlich mitteilen. Dieses Mal unterschrieben von einem Sachbearbeiter für Kultur/Jugend/Soziales.

Der Uckermark Kurier wollte die Hintergründe genauer wissen und fragte bei Amtsdirektor Nedlin unter anderem an, wie viele Gäste von der „fehlerhaften Einladung“ betroffen sind. Auch wollte die Redaktion wissen, ob die Bundestagsabgeordneten von SPD, CDU, B90/Die Grüne und FDP aus dem Wahlkreis ebenfalls ein- beziehungsweise ausgeladen sind. Es wurde die Frage gestellt, ob politische Gründe eine Rolle spielten. Hannes Gnauck wird vom Militärische Abschirmdienst als Extremist („Kategorie Rot“) eingestuft.

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Der Direktor des Amtes Biesenthal-Barnim ließ die Fachbereichsleiterin Zentrale/Dienste die detaillierten Fragen der Redaktion, die „im Sachzusammenhang“ stünden, wie folgt kurz und knapp beantworten: Es seien Gäste eingeladen worden, „die sich in oder für unsere Gemeinden in den letzten Jahren und Jahrzehnten engagiert haben und die zu unserem Erfolg beigetragen haben.“ Gnauck selbst erklärte auf Nachfrage, dass er die Ausladung „verwundert zur Kenntnis“ genommen habe. Für ihn sei eine Ausladung nach zuvor erfolgter Einladung ein bisher einmaliger Vorgang. Nicht eingeladen zu werden, beispielsweise zu Diskussionsveranstaltungen, geschehe dagegen häufiger.

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