ISLAM-EXPERTE WIDERSPRICHT

Anfrage der AfD Uckermark zur Kinderehe stößt auf Kritik

Die AfD-Kreistagsfraktion in der Uckermark argumentiert bei ihrer Sorge vor Kinderehen und Missbrauch mit dem Islam. Ein Experte hält dagegen.
Die AfD im Kreistag Uckermark sieht eine zunehmende Gefahr für Kinderehen im Landkreis. Die Argumentation der Partei hink
Die AfD im Kreistag Uckermark sieht eine zunehmende Gefahr für Kinderehen im Landkreis. Die Argumentation der Partei hinkt, meint dagegen ein Islam-Experte. (Symbolfoto) Sebastian Kahnert
Uckermark.

„Kinderehe und sexueller Missbrauch von Minderjährigen“ – dies ist der Titel einer AfD-Anfrage im Kreistag Uckermark. Der Abgeordnete Dietmar Meier hat sie eingereicht. Angesichts der „hohen Anzahl von muslimischen Flüchtlingen“ warnt er vor einer Unterwanderung der Rechtsnormen in Deutschland durch die „Heilige Schrift des Islam“ und „islamische Rechtsgelehrte“. Letztere sollen die Meinung vertreten, dass es „keine immer und überall gültige Altersgrenze für die biologische Geschlechts- und Ehereife“ gebe.

Religionsfreiheit als „Deckmantel”

Unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit sei zu befürchten, so Meier, dass auch in der Uckermark die rechtsfeindliche „Tradition“ der Kinderehe aus dem „Islam“ fortgeführt wird. „Wir alle haben daher die gesetzliche und vor allem moralische Pflicht, darauf zu achten, dass Kinderehen und sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche verhindert werden“, beschwor der AfD-Politiker.

Bisher ein Fall bekannt

Dem Jugendamt in der Uckermark sei bis zum gegenwärtigen Punkt für den Zeitraum von 2015 bis 2019 ein Fall bekannt, in welchem ein Ehepartner minderjährig gewesen ist, hieß es in einer Antwort der Verwaltung auf die AfD-Anfrage. „Kinderehen sind eine besondere Form von Zwangsehen und grundsätzlich zu verurteilen. Sie stellen eine besondere Form der Gewalt gegen Kinder dar, die sich in über 90 Prozent gegen Mädchen und Frauen richtet.“

Der Gesetzgeber habe auf diesen Umstand reagiert und schärfere rechtliche Regelungen erlassen. So etwa im Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen, das im Juli 2017 in Kraft getreten ist. „Vor dem Hintergrund dieser eindeutigen gesetzlichen Regelungen und der Bindung der Verwaltung an Recht und Gesetz hält die Landrätin diese Maßnahmen zur Unterbindung und Bekämpfung von Kinderehen gegenwärtig für zureichend“, so die Verwaltung

Zugleich wurde in der AfD-Anfrage damit argumentiert, dass sich viele Muslime auf die Heilige Schrift des Islam, den Koran, berufen würden, um eine Kinderehe zu begründen. „Der Koran gibt ihnen das Recht (auch in Deutschland) die Ehe mit Kindern und Minderjährigen zu vollziehen“, heißt es in der Anfrage.

Experte widerspricht

Dieser Auslegung widerspricht ein Islam-Experte. „Der Koran erlaubt nicht explizit die Heirat Minderjähriger“, betonte Dr. Yunus Yaldiz, Projektleiter in der „Fachstelle Islam im Land Brandenburg“, auf Nachfrage des Uckermark Kurier. Yaldiz erklärte weiter: Im Koran gebe es nur eine einzige Stelle, die auf ein Heiratsalter hinweisen könnte. „Allerdings sind hier nur die Waisen gemeint, also vermutlich junge Erwachsene ohne Eltern, die das Heiratsalter – vermutlich Geschlechtsreife – erreicht haben.“ Auch in dieser Stelle des Korans gehe es keineswegs um eine Heirat von Minderjährigen, sondern um einen Besitzschutz, so Yaldiz.

Der Islam-Experte führte die folgende Textstelle (Q 4:6) an: „Und prüft die Waisen (ob sie reif genug sind)! Wenn sie schließlich das Heiratsalter erreicht haben und ihr an ihnen feststellt, daß sie, (in Geldsachen) verständig sind, dann händigt ihnen ihr Vermögen aus! Und zehrt es nicht verschwenderisch und voreilig auf (in der Erwartung), daß sie groß werden (und ihr dann nicht mehr darüber verfügen könnt)!“

Die Schlussfolgerung: "Man kann also aus dem Koran keineswegs ableiten, dass es islamische Praxis (gewesen) sei, Minderjährige zu verheiraten", machte Yaldiz deutlich. „Das vorgebrachte Argument und das Angst-Schüren der AFD-Anfrage steht auf keinem nachgewiesenen Boden von Tatsachen.“ Der Wissenschaftler geht noch einen Schritt weiter. Es sei nicht korrekt, allgemein mit dem Koran zu argumentieren, ohne Belegstellen zu erbringen. „Man kann nicht einfach zitieren, ohne Quellen zu belegen.“

Weiterhin bemängelte Yunus Yaldiz, dass es nicht "die islamischen Rechtsgelehrten", wie in der AfD-Anfrage aufgeführt, gebe: "Die Zusammensetzung und Differenzierung der sunnitischen, schi’itischen und weiterer Rechtsschulen in der islamischen Geschichte, vertreten zum Teil entgegengesetzte Positionen", so der Fachstellenleiter. „Auch hier sollte eine Argumentation ohne Quellenangaben und Belegstellen als nichtig erachtet werden“, sagte Yaldiz abschließend.

Auf Fernsehbeitrag gestützt

Auf Nachfrage erklärte Dietmar Meier, er habe sich zur Begründung seiner These auf einen Fernsehbeitrag gestützt, in dem eingereiste Muslime zu Wort gekommen seien. Dabei sei auch die Aussage gefallen, dass die Begründung für die Kinderehe im Koran stehe, und jeder, der gegen die Heilige Schrift ist, ungläubig sei, so Meier.

Angesprochen auf die fehlenden Belegstellen im Koran entgegnete der AfD-Politiker, dass er keine andere Religion außer dem Islam kenne, in der Kinderehen vollzogen würden.

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Kommentare (8)

Wen habt ihr denn da als "Experten" angeschleppt?! Habt ihr jetzt wirklich [Anm.d.Red.: gelöscht. Netiquette beachten.] gefragt, ob seine Religion etwas verbotenes macht?!
Vielleicht sollte der Islamwissenschaftler seine "Religion des Friedens" etwas genauer studieren. Im Koran finde ich mindestens eine Stelle, die auf das Ehealter hinweist. Es wird aber kein bestimmtes Alter genannt, sondern eine "geistige Reife sich selbst zu verwalten".

“Und prüft die Waisen, bis sie die Ehereife erreicht haben; und wenn ihr in ihnen Vernunft wahrnehmt, so händigt ihnen ihr Gut aus. Und zehrt nicht auf verschwenderisch und in Eile (in der Erwartung), dass sie nicht großjährig würden.“ (4:6) [Anm.d.Red.: Im Text wird erklärt: Auch in dieser Stelle des Korans gehe es keineswegs um eine Heirat von Minderjährigen, sondern um einen Besitzschutz, so Yaldiz.]

Die Praxis in islamischen Ländern kennt aber kein festes Mindestalter. Die (westliche) Türkei, hat das Heiratsalter für Mädchen auf 9 Jahre angehoben.

https://www.bento.de/politik/tuerkei-religionsbehoerde-empfiehlt-heiratsalter-bei-maedchen-ab-9-jahren-a-00000000-0003-0001-0000-000001986377

In Indien ist vor kurzem eine dreijährige, in Jemen eine 8 Jährige in der Hochzeitsnacht "verblutet".

https://www.welt.de/vermischtes/article119841233/Achtjaehrige-Kindsbraut-verblutet-in-Hochzeitsnacht.html [Anm.d.Red.: Artikel vom 09.09. 2013]

Es gibt also sehr wohl ein Problem mit Kindesmißbrauch im Islam!

Ist zwar schon 2 jahre alt aber trotzdem lesenswert. Ein Iman hat mitten in Düsseldorf, 12 minderjährige Bräute.

https://www.mimikama.at/allgemein/muslim-12-frauen/

P.S. Bekommen wir demnächst als Reichsbürgerexperten jemand vom Freistaat Preußen serviert?!

...ist das Motto von mimikama, sollten Sie selbst Ernst nehmen und viel mehr Zeit auf dieser Seite verbringen.
Hätten Sie den verlinkten Artikel zu Ende gelesen, wäre auch Ihnen die Erkenntnis gereift, dass Düsseldorf = Feasterville/Pennsylvania und der Imam ein strenger Christ war.

Ich hab auch noch Beispiele für 2019:

https://www.tag24.de/nachrichten/khash-rod-afghanistan-mann-heiratet-minderjaehrige-nach-hochzeitsnacht-wird-beerdigt-kinderehe-braut-1252836

Laut dem Bundesinnenministerium sind deutschlandweit 1475 Minderjährige als verheiratet erfasst. Die meisten von ihnen sind Mädchen. 361 haben das 14. Lebensjahr noch nicht erreicht. Der Aufstellung zufolge kommen mit 664 die meisten minderjährig Verheirateten aus Syrien.

Die Moslems müssen jetzt wirklich für alles herhalten. Der besagte Mann ist ein US-amerikanischer Christ, und lebt NICHT in Düsseldorf, sondern in den USA!

Ja war ein schlechtes Beispiel. Hab den Artikel nur angefangen zu lesen, da meine ich die Kinder fertig machen musste. Jetzt wo ich genauer recherchiert habe, bleibt das Problem immer noch bestehen.

Ehemündigkeit in den Rechtswerken
Die Eheschließung im Islam setzt die Volljährigkeit in persönlichen Angelegenheiten (Ehemündigkeit) voraus. Laut islamischem Recht orientiert sich die Ehemündigkeit am Kriterium der biologischen Geschlechtsreife. Daher enthalten die klassischen islamischen Rechtwerke keine Vorgaben für das Mindestheiratsalter. Die islamischen Rechtsgelehrten sind der Meinung, dass es keine immer und überall gültige Altersgrenze für die biologische Geschlechtsreife gibt, denn dies ist von klimatischen, regionalen und gesellschaftlichen Bedingungen abhängig. Nach medizinischem Erkenntnisstand setzt die biologische Geschlechtsreife z. B. in wärmeren Klimazonen früher ein. Je nach Rechtsmeinung wird die Geschlechtsreife bei Mädchen zwischen neun und siebzehn, bei Jungen zwischen zwölf und achtzehn Jahren angenommen.

http://www.islamiq.de/2016/12/10/heiratsalter-aus-muslimischer-perspektive/

Ich hab noch zwei Stellen gefunden, in dem der Koran die Kinderehe hofiert.

„Der Gesandte Gottes heiratete mich im Monat Schawwal im zehnten Jahr der Prophetie, drei Jahre vor der Auswanderung, als ich sechs Jahre alt war. Der Gesandte Gottes wanderte aus und kam in Medina am Montag, den 12. Rabīʿ al-awwal, an und veranstaltete mit mir die Hochzeit im Monat Schawwal, acht Monate nach seinem Auszug. Die Ehe vollzog er mit mir, als ich neun Jahre alt war.“

Und welcher gläubige Muslim, will nicht Mohamed nacheifern?!

Sure 5;4

“Und wenn ihr bei denjenigen von euren Frauen, die keine Menstruation mehr erwarten, (irgendwelche) Zweifel hegt, soll ihre Wartezeit (im Fall der Ehescheidung) drei Monate betragen. Ebenso bei denen, die keine Menstruation gehabt haben.“ (Übersetzung nach Rudi Paret)

Frauen die noch keine Menstruation haben, sind für mich Kinder! Und der Koran erlaubt demnach ausdrücklich die Heirat mit Kindern!

Das Problem des Kindesmissbrauchs zieht sich durch alle Religionen, Schichten, Gesellschaften und Kulturen. Das ist kein Problem, welches ausschließlich im arabischen Raum auftaucht.
Du versuchst hier mit zufällig gegoogelten Zeitungsartikeln, welche du offensichtlich nichtmal richtig liest, den Menschen weiszumachen, dass alle Araber Kinderschänder sind. Das ist nicht nur peinlich, sondern zeigt einmal mehr, wie du krampfhaft versuchst deinen Fremdenhass im Internet zu verbreiten.
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass du der Fliesenleger höchstpersönlich bist.