ANGLER ENTSETZT

Grünower See für Gastrasse angezapft (Video)

Ärger an der Pipeline: Angler haben beobachtet, wie Bauarbeiter Schläuche ins Schilf gelegt haben. Uckermark Kurier erfuhr, was die Firma sagt.
Im Angelshop von Karsten Weber (links) gibt es zurzeit nur dieses Thema.
Im Angelshop von Karsten Weber (links) gibt es zurzeit nur dieses Thema. Claudia Marsal
Die Abpumpschläuche wurden ins Schilf gelegt.
Die Abpumpschläuche wurden ins Schilf gelegt. Claudia Marsal
Grünow.

Die Wasserentnahme aus Seen entlang der neuen Gaspipeline in der Uckermark wird derzeit von Anglern heiß diskutiert. Daniel Augenstein war einer der Ersten, die davon Kenntnis hatten. Der junge Mann wirkt ehrenamtlich als Fischereikontrolleur. Am Grünower See hat er selbst gesehen, „wie Mitarbeiter der Trasse mit Lkw ans Ufer rangefahren sind und stundenlang Wasser abgepumpt haben.” Ein Unding, wie er meint, „wo doch seit Wochen die Fische laichen und die Vögel brüten.”

Ganz zu schweigen vom Wasserstand, der aufgrund der Trockenheit ohnehin schon bedenklich sei. Daniel Augenstein findet ungeheuerlich, dass dafür Genehmigungen erteilt wurden. „Wir kleinen Angler sind angehalten, wegen der Brut das Schilf nicht zu schneiden, und die fahren mit den Fahrzeugen ran und legen ihre Rohre mitten durch.”

Was wird mit dem Laich?

Angler Karsten Weber führt einen weiteren Fakt ins Feld: „Was ist mit dem Laich, den kleinen Fischen und Tierchen, die mit angesaugt werden?” Die würden dann an anderer Stelle mit aufs Feld gepumpt, und das Spülwasser laufe von dort in andere Gewässer rein, befürchtet er.

George Wüstner, Pressesprecher der Firma Gascade, bestätigte dem Uckermark Kurier, dass das Abpumpen im Zusammenhang mit dem Bau der EUGAL-Leitung stand: „Das Wasser wurde für eine Druckprüfung unserer Rohre verwendet. Unsere Rohre dürfen Gas mit einem Druck von 100 Bar transportieren. Bei der Druckprüfung wird etwa der anderthalbfache Druck getestet, damit wird sichergestellt, dass das Rohr einsatzfähig und sicher ist. Das Abpumpen ist gestattet, dort befindet sich eine offizielle Wasserentnahmestelle.

Genehmigungen erteilt

Die Genehmigung wurde im Planfeststellungsbeschluss zum Bau im Brandenburg erteilt. Die zuständige Behörde für diese Gesamtgenehmigung ist das Landesamt für Bergbau. Das Vorgehen ist mit der Oberen Wasserbehörde abgestimmt, diese gibt die Pumpvorgänge jeweils nochmals frei. Filter stellen sicher, dass keine Tiere eingesaugt werden und in den Druckprüfungsprozess gelangen. Unser Bauleiter vor Ort prüft das Wasser beim Entnehmen und vor der Wiederrückgabe, um die Qualität sicherzustellen. Unsere Rohre sind neu und unbenutzt, sie kommen direkt aus der Fabrik. Das Wasser bleibt in der Qualität also wie vorher.”

Die Genehmigungsbehörde, das Landesamt für Bergbau, reagierte nicht auf eine schriftliche Anfrage zu diesem Thema. Die örtlich zuständige Behörde, das Umweltamt des Landkreises, teilte mit, dass man von der Wasserentnahme keine Kenntnis gehabt habe und den Vorgang jetzt prüfen werde.

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