TIERSCHUTZ

Angler in der Uckermark wütend auf PETA

Die Tierschutzorganisation PETA gibt ihren Unterstützern Tipps für die Begegnung mit Anglern. Angler können darüber nur den Kopf schütteln.
Natalie Meinert Natalie Meinert
Jörg Spreemann Jörg Spreemann
Scheinbar ein Feindbild der Tierschutzorganisation PETA: Ein Angler, hier am See in Treplin.
Scheinbar ein Feindbild der Tierschutzorganisation PETA: Ein Angler, hier am See in Treplin. Patrick Pleul
Uckermark.

Ein neuer Info-Blogeintrag auf der Website der Tierrechtsorganisation PETA hat für Wut unter Anglern gesorgt. Die darin enthaltenen Tipps richten sich an Tierschützer. Die Empfehlung: Man sollte laut PETA den Angler auf sein „verwerfliches Hobby” hinweisen oder ein paar Steine in den See werfen, um so die Fische zu verscheuchen. Nicht-vorschriftliches Verhalten sollten mit dem Handy aufgenommen werden und die Angler angezeigt werden. Auch solle man versuchen, „die gefangenen Fische zu retten”.

Fische erfahren keine Qualen

In der Uckermark reagieren die Angler mit Unmut. Wolfgang Mohns ist der Vorsitzende vom Kreisanglerverband Prenzlau. Er hält die Tipps von PETA für eine Provokation: „So etwas kann schnell am See eskalieren”, glaubt er. Tierschutz hin oder her, Fisch sei nun einmal ein Grundnahrungsmittel. „Und quälen tun wir die Fische auch nicht.” Schon in dem Angelcamp für Kinder, welches er jedes Jahr mit leite, werde den Kleinen erklärt, das Leiden der Tiere so kurz wie möglich zu halten.

Einige Angler reagieren auch gelassen

Heinz Feldmann vom Kreisanglerverband Uckermark-Templin reagiert auf die PETA-Empfehlungen mit einem Schmunzeln. „Wir sehen sowas mittlerweile gelassen.” Der Verein habe einen Appell an seine Mitglieder gerichtet, dass sie im Falle einer Störung Ruhe bewahren sollen. „Wenn dann halt einer mit Steinen wirft, kann man nichts machen. Dann packt man seine Sachen zusammen und geht an eine andere Stelle," so Feldmann.

PETA schlimmer als Kormorane

Karsten Weber von Webers Angelshop in Prenzlau wirkt da schon aufgebrachter. „Wir Angler hassen die mehr als Kormorane, und das heißt schon einiges”, sagt er in Bezug auf PETA. „Das sind Leute aus der Großstadt, die mit Natur nichts am Hut haben.” Die Tiere erführen kein Leid, im Gegensatz zu Zuchttieren aus Massenhaltung. Sein Anglerkollege Bert Müller, dem das Geschäft für Heimwerker und Angelsport in Templin gehört, fasst sich kurz: „Die von PETA haben keine Ahnung.”

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Kommentare (6)

""Karsten Weber von Webers Angelshop in Prenzlau wirkt da schon aufgebrachter. „Wir Angler hassen die mehr als Kormorane, und das heißt schon einiges”, sagt er in Bezug auf PETA."" Dieses Zitat sagt genau aus, wes Geistes Kind die Angler sind. Eine Vogelart zu hassen, nur weil sie Fisch zum Überleben braucht. Für den Angler ist´s nur ein Hobby. Und Fischer werden nicht gequält? Dass ich nicht lache, schon mal einen Metallhaken im Mund gehabt und sich durch´s Wasser ziehen lassen? Kann sich wohl jeder mit ein wenig Phantasie vorstellen, wie sich das anfühlt.

So lange PETA nur gegen Privatpersonen vorgeht und Angler diskriminieren kann sind sie wiedermal groß da.
Was ist mit den tausenden Küken, die noch immer legal und täglich in Deutschland aus reinen Profitgründen geschreddert und somit getötet werden?
@PETA: Vielleicht solltet ihr euch besser an die Zäune der Anlagen zur Kückenvernichtung anketten, euch mit den Betreibern anlegen oder Ratschläge geben, um denen das Geschäft zu vermiesen? Nur so ein Gedanke von mir, aber keine Aufforderung, um das klarzustellen.
Oder ist das nicht die PETA-Zielgruppe, weil die über Kapital und Anwälte verfügen?
.... kleine Leute sind einfach leichter zu drangsalieren, obwohl sie genau so wenig gegen Gesetze verstoßen wie die Küken-Schredderer...
P. S.
Ich unterstütze die Initiative, um PETA die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, denn aus meiner Sicht ist es nicht überwiegend gemeinnützig, was PETA unternimmt.

Wenn man sich mal ein klein wenig mit der Organisation beschäftigt hätte, würde man wissen, dass Massentierhaltung ein ganz großes Thema bei Peta ist und etliche Klagen des Vereins gegen tierquälerische Praktiken in der Landwirtschaft laufen. Ich bin übrigens kein Mitglied sondern lediglich aufrichtige und interessierte Tierfreundin. Bevor ich etwas loslasse, informiere ich mich erstmal.

PETA ist einer der wenigen Organisationen, die es ernst meinen. Sie gehen dahin wo es weh tut und das ohne Einzelpersonen zu profilieren. Bin auch kein Mitglied, aber Unterstützer.
Und "Sportangeln" ist das gleiche wie dieser bestialisch Stierkampf oder Hahnenkampf oder Bären-Hundekampf oder, oder, oder....
Tiere zum Spass oder der Ehre wegen zu quälen, ist das letzte. Sollte jeder der es unterstützt mal selber erfahren.
Das gleiche gilt für die Massentierhaltung. Alles weit unter dem Niveau, das wir als Menschen haben könnten...
Traurig, aber wahr. Ich empfehle jedem, der das nicht so sieht, den Film "Earthlings", ich kenne wenige die diesen Film unberührt zu Ende schauen können...
Pfui, Menschheit, schäme Dich, wie du deine Mitkreaturen behandelst. Und noch ein Satz, der nicht zu widerlegen ist: Artgerechte Haltung gibt es nicht, weil Haltung nicht artgerecht ist...

Das ist der Anfang vom Ende....Demnächst schubse ich auch Radfaher auf dem Gehweg um.....

Genau wie gesagt, gegen Privatpersonen (in diesem Fall Angler) empfiehlt PETA Steinwürfe ins Wasser (= schädigender Eingriff in den den Lebensraum der Fische?), Denunziation und nicht zulässige Videoaufnahmen (=Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht der Angler?), gegen den unnötigen Massenmord der Küken aber mit langwierigen rechtlichen Mitteln.
Also könnte man schon fordern, dass in beiden Fällen gleichwertig reagiert wird, also in diesem Fall Klage gegen den Gesetzgeber, der das Angeln nicht verbietet. Aber nein, gegen die Angler wird zu anderen "Maßnahmen" aufgerufen, die rechtlich mehr als fragwürdig sind. Dieser Verein hat nicht den Status der Gemeinnützigkeit verdient. Unterstützer, die diesem Aktionismus blind folgen, ohne das Vorgehen von PETA auch mal kritisch zu hinterfragen, zeigen damit auch eine ganz besondere Geisteshaltung.