HEUTE START FÜR IMPFTERMINE

Anrufer verzweifeln an Impf-Hotline

Zwischen 37.500 und 45.000 Brandenburger können noch bis zum 12. Februar in den acht Impfzentren geimpft werden. Dann ist der Impfstoff vorerst alle.
In der Sporthalle der Grabowschule in Prenzlau entsteht das Impfzentrum.
In der Sporthalle der Grabowschule in Prenzlau entsteht das Impfzentrum. Mathias Scherfling
Prenzlau ·

Ilse Grafe saß den ganzen Sonntag auf ihrem Küchenstuhl neben dem Telefon im Flur. Die 85-Jährige wollte, wie im Uckermark Kurier vermeldet, einen Impftermin bei der Hotline 116117 vereinbaren. Doch vergeblich. Nach zweimaligem Drücken der Tastatur auf dem Telefon (erst 1, dann 2) und der Eingabe der Postleitzahl hieß es immer wieder vom Band, dass alle Leitungen belegt seien und man später noch einmal anrufen soll. „Meine Tochter versucht es auch für mich, sie wohnt ihn Berlin”, erzählt die alte Dame resignierend, denn schon Anfang Januar hatte sie sich einen Tag lang um einen Termin bemüht.

Nur wenige Termine

Viele Termine kann die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) sowieso nicht vergeben, denn der Impfstoff ist knapp. Er reicht maximal für 7500 Impfungen, die in den Impfzentren Elsterwerda, Frankfurt (Oder), Oranienburg, Brandenburg, Eberswalde, Prenzlau, Luckenwalde und Kyritz stattfinden sollen. Im Prenzlau öffnet das Impfzentrum am 28. Januar in der Sporthalle der Grabowschule. Vergeben werden Termine nur bis zum 12. Februar an Impfberechtigte wie Personen ab 80 Jahre und medizinisches Personal.

In der Uckermark leben insgesamt rund 119 000 Menschen. Etwa 11 100 von ihnen sind 80 Jahre alt oder älter.

25 Prozent weniger Impfstoff

„Wir wurden auch von der Mitteilung überrascht, dass nun 25 Prozent weniger Impfstoff geliefert wird”, so Gabriel Hesse, Pressesprecher im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz. Wegen Lieferverzögerungen beim Impfstoff gegen das Coronavirus musste die KVBB rund 9000 Brandenburgerinnen und Brandenburger informieren, dass ihr bereits vereinbarter Erst-Impftermine in den letzten beiden Januarwochen in den Impfzentren in Potsdam, Cottbus und Schönefeld umgebucht wird.

Zahlenspielerei

Unter Druck geraten auch die Mitarbeiter des Impfmanagements. Ursprünglich wurde – laut Erstzulassung – von fünf Impfdosen pro Flasche ausgegangen. Später empfahl die Europäische Arzneimittelbehörde EMA, sechs Dosen aus einer Ampulle zu entnehmen. 20 Prozent mehr Menschen sollten demnach zusätzlich eine Impfung erhalten können. Die Zahlen wurden der Empfehlung angepasst. Doch nicht immer sei eine Sechserdosierung tatsächlich möglich, selbst erfahrende Ärzte hätten damit Probleme, so Gabriel Hesse. Auch die Lagerung des Stoffes berge Gefahren. Ist die Dosis einmal aufgezogen, müsse sie innerhalb von zwei Stunden injiziert sein, sonst sei der Impfstoff unbrauchbar. Somit stehen dann wiederum weniger Dosen als berechnet zur Verfügung.

Zuerst die Pflegeheime

Wie es nach dem 12. Februar weitergeht, darüber konnte der Pressesprecher in Potsdam am Sonntagnachmitag auch keine Aussage tätigen. „Wir wissen es nicht. Es gibt bisher nur Impfstoffzusagen bis Mitte Februar.” Oberste Priorität hätten derzeit die Pflegeheime. 20 mobile Impfteams seien im Land Brandenburg unterwegs.

Die Eröffnung der Impfzentren, trotz geringen Impfstoffes, sei politischer Wille. Der vorhandene Impfstoff soll flächendeckend verteilt werden. „Das Tempo geben die Hersteller vor. Sobald mehr Impfstoff vorhanden ist, können die geschaffenen Strukturen genutzt werden.”

Zweitermin gesichert

Menschen, die im Land Brandenburg einen Impftermin ergattern, erhalten auch einen Zweittermin. Dieser muss innerhalb von 21 bis 42 Tage nach der Erstimpfung erfolgen. In der Uckermark, wo der Impfstoff des amerikanischen Herstellers Moderna injiziert werden soll, ist ein Abstand von 28 bis 42 Tage vorgesehen. Für diese Impfungen wird Impfstoff zurückgehalten, versichert Gabriel Hesse.

Dass viele Uckermärker am heutigen Sonntag vergeblich versucht haben, einen Termin zu bekommen, ist für jeden Einzelnen ärgerlich. „Ich verstehe die Enttäuschung”, sagte der Pressesprecher und machte Hoffnung, es am Montag ab 8 Uhr wieder zu versuchen.

 

 

 

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Kommentare (5)

Das ist eindeutig ein Versagen der Brandenburger Landesregierung.

MV dagegen verschickt gestaffelt per Post Einladungen an die berechtigen Personen, die danach telefonisch viel einfacher einen Termin vereinbaren können.
Diese "Arbeit" der schriftlichen Einladungen spart sich die Brandenburger Regierung und wälzt das auf die Bürger ab, die sich dann zu Tausenden über die Telefonleitung um einen Termin "prügeln" müssen.

die die Schuld am Versagen tragen. So wird es dann wohl auch bei den Impfungen sein. Brandenburg scheint ja wirklich extrem benachteiligt zu werden, denn bei uns (16792) hat es weder mit den angekündigten Gratismasken im Nov./Dez,2020 geklappt, noch mit den Bezahlmaskenbezugsscheinen oder Masken in Januar 2021 und von Informationen über Impfzentren oder gar Impfterminen möchte man garnicht erst reden, denn diesbezüglich herrscht hier eisiges Schweigen bzw. Geheimhaltung. Mit einiger Sicherheit möchte ich annehmen. daß man sich spätestens in einigen Monaten wieder an uns erinnern wird - wenn man um unsere Simme wirbt. Ich möchte dazu anmerken, mit "unsere" bedeutet, daß wir eine Gruppe älterer Damen und Herren (zwischen 72 und 88 Jahren) sind, die aber sehr genau die Ankündigungen und Realität registrieren und vergleichen (nicht nur im Bezug auf Corona).

So wird es sein oder kommen, zu den Wahlen werden „die“ sich wieder an uns erinnern, (nicht in Monaten, sondern schon bald) ,vielleicht sogar die Maßnahmen lockern und sich damit rühmen, wie sie Corona in den Griff bekommen haben, anschließend im Herbst wird die Kandare wieder angezogen. Ach so, falls hier wieder irgendwelche Rechtschreibfehler sind, liebe linke Rechtschreibungslehrer , steckt sie euch in den A....!!!!

Teile und Herrsche.
Die Einfältigen sitzen schon fest in der Leimspur.

... und die Weltfremden haben nichts zum Thema beizutragen sondern eine Beurteilung Anderer.