BÜRGERINITIATIVE

Anwohner laufen Sturm gegen neue Windräder bei Hohengüstow

In Blankenburg hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, weil weitere Anlagen errichtet werden sollen. Vor allem eins stört sie bei den Plänen sehr.
Zur Gründung der Bürgerinitiative fanden sich  15 Bewohner ein.
Zur Gründung der Bürgerinitiative fanden sich 15 Bewohner ein. privat
Blankenburg ·

Protest zu organisieren, das ist aktuell gar nicht so einfach. Diese Erfahrung hat auch die am 1. Mai 2020 gegründete Bürgerinitiative von Blankenburg gemacht. Coronabedingt müssen derzeit neue Wege gegangen werden, um sich bei den Behörden Gehör zu verschaffen.

Trotzdem wollen die Akteure keine Zeit verstreichen lassen. Denn die haben sie nicht. „Die Firma Boreas Energie GmbH hat beim Landesumweltamt einen Antrag für die Errichtung von vier neuen Windkraftanlagen mit je 5,6 MW Leistung gestellt“, erklärt der Sprecher der Initiative, Frank Schneider im Gespräch mit dem Uckermark Kurier: „Die Höhe der neuen Anlagen soll jeweils circa 260 Meter betragen, als Windnutzungsgebiet ist Hohengüstow mit den Anliegergemeinden Oberuckersee, Uckerfelde und Gramzow ausgewiesen.“

Mehrheitlich abgelehnt

Das Vorhaben wollen die Anwohner so nicht hinnehmen. Auch wenn die Kommune, so Schneider, aufgrund des vereinfachten Verfahrens innerhalb des bestätigten Regionalplanes theoretisch gar nicht mehr ihre Zustimmung geben müsse. „Aber auf der letzten Gemeinderatssitzung im Februar wurde der Antrag der Boreas bereits mehrheitlich durch die Gemeindevertretung abgelehnt“, blickt Schneider zurück. Auf der Sitzung am 6. Mai wollen vier Vertreter der Bürgerinitiative das nochmals bekräftigen.

Ziel der bislang 15-köpfigen basisdemokratischen Vereinigung ist die Verhinderung eines weiteren Ausbaus des Windnutzungsgebietes Hohengüstow.

Zu geringer Abstand

Es soll außerdem auf die Erstellung eines neuen Bebauungsplanes durch das Amt Gramzow für diesen Bereich gedrungen werden, heißt es von dort. Als Begründung führen die örtlichen Aktivisten die Beeinträchtigung der Artenvielfalt (Rohrdommel, Rotmilan und Schwarzstorch), zu geringe Abstandsflächen zu Wohnbauten, zu hohe Immissionswerte sowie die Verringerung der Lebensqualität an.

„Wir sind nicht partout gegen Windkraft, das wollen wir noch einmal herausgestellt wissen. Aber die Rahmenbedingungen müssen doch für die Menschen verträglich gestaltet werden“, bekräftigt der seit 18 Jahren in Blankenburg beheimatete Ladenbauer. „Wir leben hier und zahlen hier auch Steuern. Man darf also nicht über unsere Köpfe hinweg entscheiden.“

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