Heinz Schumann ist zutiefst betrübt über die Tat.
Heinz Schumann ist zutiefst betrübt über die Tat. Claudia Marsal
Holger Gedack ist stellvertretender Ortsbeauftragter des THW.
Holger Gedack ist stellvertretender Ortsbeauftragter des THW. Claudia Marsal/
Hier wohnt der allleinstehende Rentner.
Hier wohnt der allleinstehende Rentner. Claudia Marsal
An dieser Stelle hinter den Rädern stand der Roller.
An dieser Stelle hinter den Rädern stand der Roller. Claudia Marsal
THW braucht Hilfe

▶ Armer Rentner beklaut - „Diese Diebe sollten sich schämen"

„Ich hoffe, dass die Ganoven das hier lesen und den Roller zurückbringen“ – Holger Gedack, Vize-Chef des THW, setzt sich für einen seiner Helfer ein.
Prenzlau

Heinz Schumann ist eine Seele von Mensch. Wenn der 71-Jährige anderen helfen kann, ist er zur Stelle. Seit 18 Jahren engagiert sich der gelernte Bäcker beim Technischen Hilfswerk (THW) in Prenzlau. Die Kameraden dort wissen vor allem seine handwerklichen Fähigkeiten, seine Zuverlässigkeit und die stete Einsatzbereitschaft zu schätzen. Der langjährige Traktorist leistet dort als „Mädchen für alles“ Woche für Woche viele ehrenamtliche Stunden ab. „Wenn das Telefon klingelt und ich gebraucht werde, mache ich mich auf den Weg“, sagt er bescheiden. Das hat die THW-Leute wohl sehr beeindruckt. Denn vor zwei Jahren war dieses Engagement dem Team sogar ein Riesengeschenk für ihn wert.

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Kleine Rente

Weil der alleinstehende Mann nur eine kleine Rente bezieht und die Reparatur für sein altes Moped nicht mehr bezahlen konnte, finanzierten ihm die Retter über eine Sammlung in ihrer Gruppe ein neues Zweirad.

Der Vater eines erwachsenen Sohnes hütete das 45 km/h schnelle Vehikel seitdem wie seinen Augapfel. Der anthrazitfarbene „Explorer“, ein ausgefallenes chinesisches Modell, brachte ihn überall hin, meistens zum Sitz des THW in der Berliner Straße und wurde allabendlich wohlverwahrt am Giebel seines Hauses am Neustädter Damm 1 abgestellt. Der zweifache Großvater bewohnt dort eine Ein-Raum-Wohnung und darf draußen auf dem Hof eine Abstellbox nutzen. Diese ist immer verschlossen, sodass Heinz Schumann seinen zweirädrigen Liebling hier in Sicherheit wähnte. Doch der Kreisstädter wurde in dieser Woche eines Besseren belehrt. Der Roller des Herstellers Qianjiang verschwand über Nacht spurlos.

Den Tränen nah

Obwohl das Schloss zum Fahrradschuppen unversehrt war, suchte der Ehrenamtler am Donnerstag vergeblich nach seinem fahrbaren Untersatz. Bei der schlimmen Entdeckung am Morgen kamen dem Pensionär fast die Tränen, wie er dem Uckermark Kurier verriet: „Ich bin doch auf mein Moped angewiesen. Wer hat mir das bloß gestohlen?“ Holger Gedack, stellvertretender THW-Ortsbeauftragter, findet das Ganze in zweifacher Hinsicht tragisch.

Zum einen habe dieser Mann aufgrund seiner geringen Bezüge ohnehin schon zu wenig Geld zum Leben. Zum anderen setze er sich seit vielen Jahren uneigennützig für andere Menschen ein und werde jetzt so enttäuscht. „Ich hoffe, dass die Ganoven das lesen und sich in Grund und Boden schämen. Sich an den Schwächsten der Gesellschaft zu vergreifen, das ist doch wohl das Allerletzte“, echauffiert sich der Kreisstädter. Er bittet eventuelle Zeugen, sich bei der Polizei zu melden, damit diese schmähliche Straftat aufgeklärt werden kann.

Telefon: 03984 350

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