RUHESTAND NACH 45 JAHREN

Augenärztin in Templin schließt Praxis

Für ihre Patienten wollte Dr. Gudrun Seegert ihre Räume gern an einen Nachfolger übergeben. Doch dieser Wunsch hat sich nicht erfüllt.
Horst Skoupy Horst Skoupy
Am kommenden Montag beginnt für Dr. Gudrun Seegert (Zweite von rechts) und ihre Mitarbeiterinnen Monika Kramm, Vera Ewald
Am kommenden Montag beginnt für Dr. Gudrun Seegert (Zweite von rechts) und ihre Mitarbeiterinnen Monika Kramm, Vera Ewald (von links) und Jana Lenhart die letzte Arbeitswoche in der Templiner Augenarztpraxis. Horst Skoupy
Templin.

Wenn Dr. Gudrun Seegert am kommenden Montag ihre Praxis aufschließt, beginnt für die Templiner Augenärztin und ihre Mitarbeiterinnen die letzte Arbeitswoche. „Ich habe bei der Kassenärztlichen Vereinigung meine Praxis zum 1.  Oktober abgemeldet“, informierte sie.

In Templin bis zum Schluss geblieben

Hinter ihr liegen 45 Dienstjahre als Augenärztin. Nach ihrem Studium in Greifswald hatte sie im September 1974 ihre erste Anstellung in Schwedt erhalten. 1987 war sich nach Templin gekommen, weil in der Stadt eine Augenärztin gesucht wurde. Sie habe damals ambulant in der damaligen Poliklinik praktiziert und stationär am Templiner Krankenhaus gearbeitet. Bis sie schließlich 1991 ihre Praxis in der Martin-Luther-Straße eröffnete. In einem Alter, als andere Menschen in Rente gegangen sind, hat sie weiter praktiziert. „Jetzt bin ich 68  Jahre. Ich denke, jetzt ist es genug.“

Ruhestand vor sich hergeschoben

Eigentlich hätte sie schon mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen können, erzählte sie. Doch ihr Ziel sei es gewesen, ihre Praxis nahtlos an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin übergeben zu können. Um ihrer vielen, vielen Patienten willen, die im Laufe der Jahrzehnte von der Fachärztin behandelt wurden. Ihre Bemühungen seien leider nicht so verlaufen, wie sie sich das vorgestellt hatte. Seit Jahren habe sie sich aktiv um eine Nachfolge bemüht. Weil das schwieriger war als gedacht, habe sie Jahr für Jahr ihren eigenen Ruhestand immer wieder hinausgezögert. Bis zum März 2019. „Da sah es so aus, als ob sich eine Lösung abzeichnet“, erzählte Gudrun Seegert. Doch die habe sich dann kurzfristig wieder zerschlagen.

Zeit des Abschieds

Sie hat sich dennoch entschieden. Bis Donnerstag, dem 27. September, wird sie noch wie gewohnt ihre Sprechstunden abhalten. Am Freitag folgt noch die Abrechnung und am 30. September wird sie im Kreise von Wegbegleitern in der Praxis ihren Abschied als niedergelassene Augenärztin nehmen. Dazu gehören auch ihre Mitarbeiterinnen Vera Ewald, Jana Lenhart und Monika Kramm. Schweren Herzens habe sie ihnen kündigen müssen. Ihr wäre es lieber gewesen, wenn sie ein Nachfolger hätte übernehmen können.

Ungewisse Situation

Doch nach aktuellem Stand ist noch nichts spruchreif, was die Zukunft der Praxis betrifft. Das ergab eine Nachfrage bei der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg. „Es gibt durchaus positive Gespräche, aber es ist noch nichts unterschrieben“, sagte Pressesprecher Christian Wehry vieldeutig und bat um Verständnis, sich nicht näher erklären zu können. Fest stehe eigentlich nur, dass es keinen nahtlosen Übergang ab 1. Oktober geben werde. Patienten der Praxis mit dringenden Augenproblemen bleibt damit nur, zu versuchen, einen Behandlungstermin in den beiden anderen Templiner Augenarztpraxen oder anderswo zu bekommen.

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