CORONA-SERVICE

Bäuerin in Drense packt „Seniorenportionen“

Vor allem alte Menschen haben wegen der Hamsterkäufe Angst, nicht mehr genug Kartoffeln zu bekommen. Das merkt auch Landwirtin Claudia Wege.
Claudia Wege löst die 25 Kilo-Säcke auf, weil immer mehr alte Leute kommen.
Claudia Wege löst die 25 Kilo-Säcke auf, weil immer mehr alte Leute kommen. Claudia Marsal
Die Wegweiser sind nicht zu verfehlen.
Die Wegweiser sind nicht zu verfehlen. Claudia Marsal
Drense.

Toilettenpapier, Seife, Nudeln; ja selbst an den Kartoffelregalen im Supermarkt hat das große Hamstern schon begonnen. Bäuerin Claudia Wege merkt den dortigen Ausverkauf an ihren eigenen Umsatzzahlen. „Seit einer Woche klingelt sich bei uns im Betrieb das Telefon heiß“, verrät die Landwirtin dem Uckermark Kurier. Bis zu 30 Bestellanrufe verzeichnet die 38-Jährige pro Tag: „Alle haben wohl Angst, keine Kartoffeln mehr zu bekommen.“ Sie hält das Ganze für Panikmache. Denn die Ernte sei überall gut gewesen, versichert die Uckermärkerin. In ihrem eigenen Lager liegen noch Hunderte Kilo bester Ware. Die Lieblingssorte der Kunden, die rotschalige „Laura“, gehet allerdings langsam zur Neige. Weil sich aktuell vor allem alte Menschen bei der Drenser Bäuerin melden, hat diese begonnen, „Seniorenportionen“ zu packen.

25 Kilo-Säcke aufgemacht

„Unsere 25 Kilo-Säcke können sie ja gar nicht aufbrauchen“, zeigt sich die zweifache Mutter verständnisvoll. Diesen Service sei man vor allem den vielen Stammkunden aus der Region schuldig, ist Claudia Wege überzeugt. Der Ab-Hof-Verkauf läuft montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr und samstags ab 9 Uhr. „Früher konnte ich während dieser Stunden noch schnell meinen Haushalt machen. Ich habe ja gesehen, wenn jemand kam“, setzt sie nachdenklich hinzu.

Großer Ansturm

Doch daran ist momentan nicht zu denken. „Aktuell schaffe ich aufgrund des Ansturms gar nichts mehr.“ Dabei hätte Claudia Wege, die die Firma mit Mann und Schwiegervater betreibt, drinnen jede Menge zu tun. Schließlich hat auch sie zwei schulpflichtige Kinder, die sich dem Homeschooling unterwerfen müssen. „Sind schon verrückte Zeiten“, resümiert die Unternehmerin – aber sie ist hoffnungsvoll, dass die Corona-Krise bald überwunden ist.

Neue Ernte

Ihre Gedanken sind schließlich schon wieder bei den neuen Kartoffeln, die Anfang April in die Erde kommen und dann möglichst gut gedeihen sollen. Und bei Weizen, Raps und Gerste, um deren Zustand sie sich in den nächsten Monaten kümmern wird.

Der Drenser Landwirtschaftsbetrieb Wege hatte im August 2018 offiziell die Kartoffelproduktion von Gut Baumgarten übernommen. Die Weichen dafür waren bereits im Herbst 2017 gestellt worden. Schon damals kamen die Pflanzkartoffeln nicht mehr vor den Toren Prenzlaus in die Erde, sondern auf den zwölf Kilometer entfernten Äckern der Weges.

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