Wie teuer wird es, die Heizung aufzudrehen? Harald Jahnke von den Stadtwerken in Prenzlau rechnet vor.
Wie teuer wird es, die Heizung aufzudrehen? Harald Jahnke von den Stadtwerken in Prenzlau rechnet vor. Patrick Pleul
Energiepreise

Bald 2400 Euro für Gas im Einfamilienhaus fällig?

Die Angst vor hohen Energiepreisen geht um – auch in der Uckermark. Harald Jahnke, Geschäftsführer der Stadtwerke Prenzlau, sagt, auf was sich die Kunden jetzt einstellen müssen.
Prenzlau

Die Hiobsbotschaften für die deutschen Verbraucher reißen nicht ab. Die meisten Menschen sehen aktuell den nächsten Briefen ihrer Versorger mit großer Angst entgegen. Harald Jahnke hat aber die begründete Hoffnung, dass es für die Kunden der Stadtwerke nicht so schlimm kommen wird wie befürchtet. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Prenzlau GmbH gab zumindest für seinen Zuständigkeitsbereich zunächst etwas Entwarnung – was Strom anbelangt.

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„In Prenzlau ist es so, dass die Kunden auf ihrer Endabrechnung für 2022 noch keine merkliche Veränderung sehen werden. Wir haben das als Unternehmen durch kluges Wirtschaften in der Vergangenheit so austarieren können, dass es keine wahrnehmbaren Steigerungen in diesem Jahr geben wird. Der eine Cent mehr macht bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden im Jahr circa 30 Euro aus.“

Strom erst 2023 teurer

Für 2023 sieht der Unternehmensvertreter allerdings eine spürbare Anhebung kommen: „Wir rechnen mit einer Erhöhung um ein Drittel.“ Mit den dann fällig werdenden circa 40 Cent pro Kilowattstunde bewegten sich die Stadtwerke Prenzlau allerdings immer noch weit unten im Preisniveau für die Region, stellte er heraus. „Wenn ein Kunde heute nicht mehr von uns versorgt werden will, dann liegt der nächstbilligere Anbieter aktuell bei 70 Cent“, rechnete Harald Jahnke vor. Dass Prenzlau noch verhältnismäßig annehmbare Preise bieten könne, liege an den klug getätigten Einkäufen der vergangenen Jahre. Beim Gas sehe die Lage indes schon anders aus, räumte der Chef der Stadtwerke im Gespräch mit dem Uckermark Kurier ein.

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Es werde im Vergleich zu den Vorjahresrechnungen bereits Ende 2022 eine Steigerung von 20 bis 25 Prozent zu verzeichnen geben. Schuld daran seien vor allem die Umlagen, die durch den Staat auferlegt worden seien, manifestierte Jahnke. Man warte deshalb gespannt auf die weiteren Maßnahmen der Regierung, vor allem, was das Versprechen des Wirtschaftsministers in Hinblick auf Entlastungen der Verbraucher anbelange. Wunder werden allerdings wohl kaum geschehen.

Beim Gas wohl Steigerung um mindestens 100 Prozent 

An seinem eigenen Beispiel rechnete der Firmenchef vor, dass er bis dato bei einem Verbrauch von 18.000 Kilowattstunden in seinem Einfamilienhaus rund 1200 Euro im Jahr für Gas bezahlt habe. Ende 2022 ständen vermutlich erst einmal nur 200 Euro mehr auf der Rechnung. Für 2023 rechnet Harald Jahnke allerdings mit einer Verdopplung auf mindestens 2400 Euro. Jahnke stellte nochmals klar, dass alle Maßnahmen, die da kämen, auf Geheiß des Bundes stattfinden. Deshalb könne er auch keine Garantien geben, dass nicht weitere Erhöhungen drohen.

„Aktuell gehe ich aber nicht davon aus, dass das Zehnfache zu befürchten ist“, sagte er Bezug nehmend auf Veröffentlichungen, die derartige Preissteigerungen prophezeit hatten. Ihm sei natürlich klar, dass selbst ein Drittel mehr an Kosten viele Kunden vor enorme Schwierigkeiten stelle. Sparsamer mit Energie umgehen könne man ja nur bedingt, weiß der Experte.

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Sein Unternehmen wird die Abschläge demnächst auf das 2,5-fache setzen, auch in der Hoffnung, den Kunden damit enorme Nachzahlungen am Ende des Folgejahres zu ersparen. Was weitergehende Prognosen anbelangt, hält sich Harald Jahnke bedeckt: „Wir wissen nicht, wie die Politik weiter entscheidet. Das Ganze ist in der Tat ein Riesenproblem.”

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